Object: Neueste Zeit (Abt. 3)

542 Fünfundzwanzigstes Buch. Viertes Kapitel. 
waren Mittel, deren energische Verwendung die Einschließung 
um so schwerer machen mußte, als selbst an einen bloßen 
artilleristischen Angriff, infolge fast mangelnder Transportmittel 
für das Belagerungsgeschütz, zunächst nicht zu denken war. 
Allein einstweilen kam es nicht zu größeren Ausfällen: man 
hatte in der Stadt politisch und militärisch zu viel mit sich selbst 
zu tun; und erst der Gedanke einer gelegentlich eines Ausfalles etwa 
möglichen Vereinigung mit der Loirearmee brachte mehr Leben 
in die Verteidigung. Freilich: ob dieser von außen an sie heran— 
tretende Plan bei der Verteidigung völlig ernste Beachtung 
fand, ist zweifelhaft; gewiß dagegen, daß die erregte öffentliche 
Meinung einen größeren Ausfall forderte. Er fand am 
21. Oktober gegen Westen, nach Malmaison zu statt; aber er 
scheitertee So war an den phantastischen, noch nicht durch— 
geführten Plan einer Translokation der Loirearmee nach Rouen 
gar nicht erst noch zu denken. 
Die zweite Phase der Kämpfe um den Entsatz von Paris 
begann für die Deutschen mit einem Gefühl starker Er— 
—D0 
am 28. September, nach harter Belagerung, Straßburg; dann 
hatte vor allem, am 27. Oktober, Metz kapituliert: nicht ohne 
große Not, nachdem der Marschall Bazaine am 31. August in der 
Schlacht bei Noisseville einen ersten Durchbruch versucht und später 
wenigstens Fouragierungsausfälle im großen gemacht hatte. Am 
9. November endlich wurde auch Verdun genommen. Damit 
waren für die Deutschen die Verbindungen mit der Heimat in 
ganz anderer Art als bisher gesichert; und was noch wichtiger 
war: es waren große Truppenbestände für anderweitige Ver— 
wendung frei geworden. Und schon vor dem Fall von . Metz, 
aber in sicherer Voraussicht seines baldigen Eintritts, hatte die 
deutsche Heeresleitung über sie in der Weise verfügt, daß aus 
ihnen zum großen Teile eine Erste Armee gebildet wurde, die 
unter dem Befehle des Generals von Manteuffel Paris gegen 
Norden sichern sollte, und eine Zweite Armee unter dem Prinzen 
Friedrich Karl, der die gleiche Aufgabe nach Süden hin zufiel. 
Von beiden Aufgaben war es jetzt vor allem dringlich, die
	        
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