Full text: Amerikas internationale Kapitalwanderungen

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und zwar 100 Millionen Dollar amerikanische Eisenbahn- und 
Industrieaktien und bonds, 100 Millionen Dollar kanadische 
Regierungsbonds und Aktien, sowie Aktien und Obligationen 
der kanadischen Paecific-Eisenbahn, endlich 100 Millionen 
Dollar bonds der folgenden Länder: Schweiz, Holland, Nor- 
wegen, Schweden, Dänemark, Chile und Argentinien, Nur 
unter den gleichen Bedingungen konnte England im Ok- 
tober 1916 weitere 300 Millionen Dollar zu 5!/2 % in 
New York aufnehmen !), 150 Millionen Dollar hiervon waren 
nach drei Jahren, dieselbe Summe nach fünf Jahren fällig. 
Die dauernden Bemühungen der Kriegführenden, An- 
leihen in New York unterzubringen, erhielten dann Anfang 
November 1916 einen starken Dämpfer, Das Federal Re- 
serve Board warnte die Nationalbanken, ihre Reserven 
weiterhin in langfristigen oder später zu erneuernden kurz- 
fristigen Regierungsanleihen anzulegen, da dies nicht im In- 
teresse des Landes liege. Bis zum Eintritt der Vereinigten 
Staaten in den Krieg stockte daher die Unterbringung von 
Ententeanleihen in New York. Zur Bezahlung der Kriegs- 
lieferungen ohne Gefährdung des Sterlingkurses wurde aus 
diesem Grunde zu anderen Mitteln geschritten. Ende Novem- 
ber 1916 kauften J. P. Morgan & Co. auf Ersuchen des briti- 
schen Schatzamts für 12,5 Millionen Dollar Aktien der New Or- 
leans und North Eastern Eisenbahn von englischen Kapita- 
listen, die dafür 6%ige englische Schatzbonds erhielten. 
Nur mit großer Mühe gelang es England, im Januar 1917 
eine vierte, ebenfalls wieder 5!/2%ige Anleihe von 250 Mill, 
Dollar in‘ den Vereinigten Staaten „unterzubringen. Als 
Sicherheit mußten wieder 300 Mill. Dollar hinterlegt werden, 
und zwar zur einen Hälfte amerikanische Effekten, kana- 
dische Staats- und Kommunalanleihen, Aktien der Kanada- 
Pacificbahn, zur anderen Hälfte Anleihen von Argentinien, 
Chile, Kuba, Australien, Ägypten, Japan, Neu-Seeland, Süd- 
afrika, sowie verschiedene argentinische, kanadische und 
englische Bahnwerte. 
Anfang November 1916 wurde Wilson wiedergewählt, 
ein Ereignis, das zur Befestigung der Börse führte, deren 
Tendenz als Folge des großen Eisenbahnerstreiks im Sep- 
tember 1916 zurückhaltend gewesen war. Am 12. Dezember 
erfolgte dann das Friedensangebot der Zentralmächte, am 
21. Dezember richtete Wilson an sämtliche Kriegführenden 
die Bitte, ihre Friedensbedingungen bekannt zu geben. Nach- 
dem diese am 12; Januar 1917 ausweichend geantwortet 
ı) Gero von Schulze-Gaevernitz, Die englische Kreditpolitik 1914 
bis 1921. S. 58 ff. 
aa,
	        
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