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die Folgerung, daß diese Bestrebungen in eine andere, zweck
mäßigere Richtung geleitet werden müssen.
Ich bin der Ansicht, daß sich der Lloyd wegen Erhalts aus
gehender Fracht besser mit solchen Fabriken in Verbindung setzt
oder sich an ihrer Gründung beteiligt, die ihm bestimmte regel
mäßige Transportmengen als sichere Garantie für seine finanzielle
Unterstützung bieten können. Ich denke u. a. an die mehr nach
Bremen oder wenigstens in seine Nähe zu ziehende Juteindustrie
(S. 62), an Woll- und eventl. Baumwollwarenfabriken und an die
feinere Eisenindustrie. Selbst wenn bei diesen Fabriken der
Geschäftsgang einmal nicht gut sein sollte, verdient der Lloyd
doch wenigstens an der Fracht. Der Weg, über die Norddeutsche
Hütte erst die feinere Industrie heranzuziehen, scheint mir ein
wenig weit. — Was Ladegüter in einkommender Fahrt anbelangt,
verweise ich auf meine späteren Ausführungen. Wenn meine Vor
schläge in Einzelheiten vielleicht einer Verbesserung bedürfen, so
glaube ich doch, daß sie in der Praxis im großen und ganzen
durchführbar und nicht nur für den Lloyd, sondern auch für
Bremen notwendig sind.
Mit seiner Beteiligung an kleineren Schiffahrtsgesell
schaften dagegen ist der Lloyd auf dem richtigen Wege. Wenn
er auch anfänglich Verluste erleiden sollte, so stärkt er sich doch
dadurch im Konkurrenzkämpfe gegen andere Linien das Rückgrat
und wird in seinen Dispositionen freier. Überdies ist es ein richtiges
Prinzip, erst Plänkelgefechte zu führen, ehe man mit der ganzen
Streitmacht vorrückt. Von welchem Nutzen die Hamburg-Bremer
Afrika-Linie und die Roland-Linie für den Warenhandel der ganzen
Stadt in den letzten Jahren schon gewesen sind oder es voraus
sichtlich noch sein werden, ist im ersten Teil eingehend ausgeführt.
Jedenfalls stehen diese beiden Beteiligungen des Lloyd hoch über
seinen industriellen.
Böhmert gibt in seiner oben angeführten Abhandlung eine
interessante Gegenüberstellung der Betriebsergebnisse der beiden
großen Reedereien. Ich teile daraus folgende Zahlen mit (Tab. 40).
Aus den beiden letzten Spalten derselben geht klar und deutlich das
Übergewicht der Hamburg-Amerika-Linie im Frachtverkehr her
vor; ferner aber, daß dieser Vorsprung erst im letzten Jahrzehnt,
also nach Beendigung der Unterweserkorrektion, erreicht ist. Die
Differenz von 2 Millionen cbm läßt sich keineswegs dadurch er
klären oder beschönigen, daß man sagt, Hamburg liefere seiner
Reederei eine größere Warenmenge als Bremen dem Lloyd. Das