8 Bisherige Behandlung und Abgrenzung der Theorie der forstlichen Oekonomik.
Vollkommenes, Unanfechtbares nicht zu Wege bringen kann. Doch auch
eine so ausgezeichnete Abhandlung eines zünftigen Volkswirtschaftlers, wie
die erwähnte von Liefmann, gibt hier und da Anlaß zu kleinen Bedenten,
die sich mit Notwendigkeit aus der mangelhaften Beherrschung des
forstlichen Wissensstoffes ergeben, und auf die im einzelnen noch ein-
zugehen sein wird.
Wenn wir mit Weber:) die forstwirtschaftlich an-
gewandten Grun dwisssensch af ten, zu denen auch die Wirt-
schaftswissenschast gehört, als ein n o t we n dig e s Stück der For st -
wisssensch af t ansehen, so ergibt sich hieraus, daß der Forstwissen-
schaftler auch berufen sein muß, dieses Stück seiner Wisssenschaft einer
Bearbeitung zu unterziehen. Und was Liefmann als Frucht seiner in das
Gebiet der Forstwirtschaft eingreifenden Arbeit ansieht ~ den Forst-
leuten weitere Anregungen zu geben ~, das muß auch der Forstmann,
der sich mit dem gleichen Arbeitsgebiet befaßt, den Volkswirtschaftlern
gegenüber für sich in Anspruch nehmen. Eine derartige wechselseitige
Befruchtung kann dem Fortschritt der Erkenntnis auf dem Gebiete der
forstlichen Ökonomik nur förderlich sein.
1) Heinrich Wilh. Weber, I. c., S. 111.