Full text: Theorie der forstlichen Oekonomik

Produktionsfaktoren der Forstwirtschaft. 
Die Forstwirtschaft ist die auf Gewinnung und Verwertung von Forst- 
erzeugnissen gerichtete planmäßige Tätigkeit. Sie erstreckt sich also nicht 
nur auf das wichtigste Forsterzeugnis, das Holz, sondern auch auf die 
sogenannten N e b en nutz ung en, die der Forst gewährt, die teils im 
Abbaubetriebe (Steine, Erden), teils nachhaltig ohne Schädigung der 
Holzerzeugung (Gras oder Waldstreu von Wegen) bezogen werden können, 
deren Gewinnung aber auch mit einer Schädigung der Holzerzeugung 
verbunden sein kann (Waldweide, Waldstreu aus Beständen). Diese Neben- 
nutzungen sind kein h ar a k t er i sti sch e r Bestandteil der Forstwirtschaft; 
wenn sie auch wohl in allen Forstbetrieben in dieser oder jener Form 
vorkommen mögen, so ist doch sehr wohl ein Forstbetrieb denkbar, in dem 
sie vollständig fehlen. Sie sind im wesentlichen Nutzungen, die im Bergbau 
oder in der Landwirtschaft Analogien finden. Eine theoretische Darstellung 
der forstlichen Ökonomik wird daher zweckmäßig die Nebennutzungen aus 
ihrem Bereiche ausschalten und wird hierdurch die wirtschaftlichen Gesetze, 
nach denen die Erzeugung und Verwertung des H o l z e s als des wesent- 
lichen Gegenstandes der Forstwirtschaft sich vollzieht, um so schärfer isolieren 
können. 
Die Forstwirtschaft findet in dem fortlaufenden Wirtschafts- 
prozeß, dem das Holz unterliegt, ihr Ende mit dem Augenblick der Abgabe 
des Holzes an den Verbraucher oder Händler; mit dem Zeitpunkt dieser 
Abgabe beginnt die Holzwirtschaft. 
Die Pro duk tionsf aktoren der Forstwirtschaft sind 
die gleichen wie diejenigen jeder anderen Wirtschaft: Der Boden 
(Standort), das Kapital und die Arbeit; zu ihnen kommt ein 
weiterer Faktor, der in der Forstwirtschaft eine so ausschlaggebende Rolle 
spielt, daß ich es als erforderlich erachte, ihn als besonderen Produktions- 
faktor aufzuführen: Die Zeit. 
Boden. 
Der Boden ist das Subîtrat, auf dem die forstliche Produktion sich 
vollzieht. Seine Produktivität ist abhängig nicht nur von seiner mine-
	        
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