Full text: Der Pommersche Landbund

34 
\J 
M£ r 3^\L£rirT?'& A-- 
driger als ibie wirkliche Einnahme des Landarbeiters. Die anderen Landes 
teile stützen sich auf den geschriebenen Satz; aber es steht bei ihnen nicht 
darin, das; der Höchstpreis bei Nichtlieferung gezahlt wird. Wenn man 
Deputatmengen und die wirklichen Deputatpreise eingesetzt hat, dann mutz 
man sich fragen, was der Landarbeiter an Barlohn braucht. Man wird 
doch vor den Verhandlungen mit den Kollegen Rücksprache nehmen. Das 
Resultat der Kreiskonferenz mutz die Unterlage für die Verhandlungen sein. 
Wenn dann der Gauleiter diese Forderungen in einem Rahmen zu einem 
Tarifmuster verarbeitet hat, dann mutz mau darauf bestehen, datz die Ver 
handlung an Hand dieses Tarifmusters geführt wird. Bei Festlegung der 
Barlohnsätze muß man auch die übrigen Arbeiterkategoricn berücksichtigen. 
Im Bezirk Pommern habe ich den Tarif für Rügen bearbeitet. Gleich am 
anderen Tage mutzte ich feststellen, datz wir die Gutshandwerker vergessen 
hatten, ebenso wie die Gutshandwerker selber nicht daran gedacht hatten. 
Bei der Festsetzung der Barlöhne muß man also an alle Arbeiterkategorien 
denken. . Es mutz darauf hingearbeitet werden, datz das Hofgänger- oder 
Scharwerkersystem' aus der Welt geschafft wird. (Lebhafte Zustimmung.) 
Der Depuratempsünger oder Jnstmann mutz den Vertrag persönlich für sich 
abschlietzen; jeder Hofgänger mutz seinen Vertrag für sich haben. Er mutz 
freier Arbeiter werden. Wenn die Arbeitgeber darauf eingehen, können 
wir ihnen viel leichter Arbeiter verschaffen. Das muß ihnen gesagt werden. 
Genau so muß gefordert werden, daß die Frauenarbeit als Pflichtarbeit 
aus dem Tarif beseitigt wird. Damit ist nicht gesagt, daß die Frauen nicht 
arbeiten sollen; aber der Mann soll nicht gezwungen werden, einen Vertrag 
einzugehen, in dem die Frau mit einbegriffen ist. Damit wird der Zustand 
beseitigt, datz Deputatempfänger mit einer kranken Frau keine Arbeit be 
kommen. 
Beim Jahreseinkommen wird man ja wirkliche Zahlen bringen, das 
Deputat zu den wirklichen Preisen möglichst für jeden Monat, dann die 
einzelnen Arbeitergruppen richtig angeben, Beim Tarif in Rügen haben 
wir schon den Versuch gemacht. Das wird Widerstand bei den Arbeit 
gebern erzeugen, aber es mutz gemacht werden. Die Höhe des Jahresarbeits 
verdienstes wird dann rechnerisch größer iverden, indem wir die wirklichen 
Deputatpreise einsetzen. Das ist aber notwendig, weil man heute bei den 
staatlichen Waldarbeitern immer die Verdienste der Landarbeiter als maß 
gebend bezeichnet. Der Waldarbeiter hat aber die Vergünstigung des De 
putats nicht, und er wird geschädigt, wenn das Deputat der Landarbeiter 
zu gering bewertet wird. Das Jahreseinkommen der Deputanten ist maß 
gebend auch für die Jahreseinkommen der Freiarbeiter in der Landwirt 
schaft. die durch eine zu niedrige Bewertung des Deputats also gleichfalls 
sehr geschädigt werden. 
Die Kündigungstermine für viele Tarife sind so gelegt, datz sie im 
Januar ablaufen. Das ist die unglückseligste Zeit für die neue Verhand 
lung. Wir müssen danach trachten, das; die Tarife im Frühjahr ablaufen. 
Es ist ein großer Unterschied, ob durch einen Skreik die Snatbestellung be 
einträchtigt wird, oder ob im Januar es sich nur um die Düngersuhren, 
Drescher, und Holzholen handelt. Die Knndigungszeit unserer Landarbeiter 
an sich ivird in Ostpreußen für den l. April gewünscht. Bei der jetzigen 
Ziehzeit Ivird die Hackfrnchterute beeinträchtigt, und auch für den Arbeiter 
liegt das Frühjahr als Ziehzeit, günstiger. 
Unsere Gauleiter dürfen es sich nicht verdrießen lassen bei de» Ver 
handlungen über die Kreistarife persönlich anwesend zu sein. Man hat 
Kreistarife abgeschlossen, wo weder Gauleiter noch Kreisvertrauensmann
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.