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driger als ibie wirkliche Einnahme des Landarbeiters. Die anderen Landes
teile stützen sich auf den geschriebenen Satz; aber es steht bei ihnen nicht
darin, das; der Höchstpreis bei Nichtlieferung gezahlt wird. Wenn man
Deputatmengen und die wirklichen Deputatpreise eingesetzt hat, dann mutz
man sich fragen, was der Landarbeiter an Barlohn braucht. Man wird
doch vor den Verhandlungen mit den Kollegen Rücksprache nehmen. Das
Resultat der Kreiskonferenz mutz die Unterlage für die Verhandlungen sein.
Wenn dann der Gauleiter diese Forderungen in einem Rahmen zu einem
Tarifmuster verarbeitet hat, dann mutz mau darauf bestehen, datz die Ver
handlung an Hand dieses Tarifmusters geführt wird. Bei Festlegung der
Barlohnsätze muß man auch die übrigen Arbeiterkategoricn berücksichtigen.
Im Bezirk Pommern habe ich den Tarif für Rügen bearbeitet. Gleich am
anderen Tage mutzte ich feststellen, datz wir die Gutshandwerker vergessen
hatten, ebenso wie die Gutshandwerker selber nicht daran gedacht hatten.
Bei der Festsetzung der Barlöhne muß man also an alle Arbeiterkategorien
denken. . Es mutz darauf hingearbeitet werden, datz das Hofgänger- oder
Scharwerkersystem' aus der Welt geschafft wird. (Lebhafte Zustimmung.)
Der Depuratempsünger oder Jnstmann mutz den Vertrag persönlich für sich
abschlietzen; jeder Hofgänger mutz seinen Vertrag für sich haben. Er mutz
freier Arbeiter werden. Wenn die Arbeitgeber darauf eingehen, können
wir ihnen viel leichter Arbeiter verschaffen. Das muß ihnen gesagt werden.
Genau so muß gefordert werden, daß die Frauenarbeit als Pflichtarbeit
aus dem Tarif beseitigt wird. Damit ist nicht gesagt, daß die Frauen nicht
arbeiten sollen; aber der Mann soll nicht gezwungen werden, einen Vertrag
einzugehen, in dem die Frau mit einbegriffen ist. Damit wird der Zustand
beseitigt, datz Deputatempfänger mit einer kranken Frau keine Arbeit be
kommen.
Beim Jahreseinkommen wird man ja wirkliche Zahlen bringen, das
Deputat zu den wirklichen Preisen möglichst für jeden Monat, dann die
einzelnen Arbeitergruppen richtig angeben, Beim Tarif in Rügen haben
wir schon den Versuch gemacht. Das wird Widerstand bei den Arbeit
gebern erzeugen, aber es mutz gemacht werden. Die Höhe des Jahresarbeits
verdienstes wird dann rechnerisch größer iverden, indem wir die wirklichen
Deputatpreise einsetzen. Das ist aber notwendig, weil man heute bei den
staatlichen Waldarbeitern immer die Verdienste der Landarbeiter als maß
gebend bezeichnet. Der Waldarbeiter hat aber die Vergünstigung des De
putats nicht, und er wird geschädigt, wenn das Deputat der Landarbeiter
zu gering bewertet wird. Das Jahreseinkommen der Deputanten ist maß
gebend auch für die Jahreseinkommen der Freiarbeiter in der Landwirt
schaft. die durch eine zu niedrige Bewertung des Deputats also gleichfalls
sehr geschädigt werden.
Die Kündigungstermine für viele Tarife sind so gelegt, datz sie im
Januar ablaufen. Das ist die unglückseligste Zeit für die neue Verhand
lung. Wir müssen danach trachten, das; die Tarife im Frühjahr ablaufen.
Es ist ein großer Unterschied, ob durch einen Skreik die Snatbestellung be
einträchtigt wird, oder ob im Januar es sich nur um die Düngersuhren,
Drescher, und Holzholen handelt. Die Knndigungszeit unserer Landarbeiter
an sich ivird in Ostpreußen für den l. April gewünscht. Bei der jetzigen
Ziehzeit Ivird die Hackfrnchterute beeinträchtigt, und auch für den Arbeiter
liegt das Frühjahr als Ziehzeit, günstiger.
Unsere Gauleiter dürfen es sich nicht verdrießen lassen bei de» Ver
handlungen über die Kreistarife persönlich anwesend zu sein. Man hat
Kreistarife abgeschlossen, wo weder Gauleiter noch Kreisvertrauensmann