Ertrag und Einkommen der Forsstwirtschaft.
Ertragsbegriff.
Der lauf ende Ertrag eines forstwirtsschaftlichen Unternehmens
ist offenbar nicht gleichbedeutend mit derjenigen Holzmenge, die jährlich
eingeschlagen und ihrer Verwendung zugeführt wird. Ich kann viel oder
wenig Holz einschlagen, kann das Kapital angreifen oder Einsparungen
machen, ohne daß die Höhe dieser Eingriffe oder Einsparungen ohne
weiteres feststellbar ist. Der Ertrag des forstwirtschaftlichen Betriebes
ist im wesentlichen auf dem j ähr lichen Zuwachs an Holz-
m a ss e aufgebaut. Darauf, daß die Höhe dieses Zuwachses sehr schwer
erfaßbar ist, wurde schon hingewiesen!).
Die bisherige fachwissenschaftliche Behandlung des Ertrages der Forst-
wirtschaft krankt im allgemeinen daran, daß nicht zwischen Ertrag
und Nu tz ung sscharf unterschieden wird. Insbesondere unter dem
Geldertrag der Forstwirtschaf t verstehtt man meist den
Gelderlös für die genutzte Holzmasse, ohne Rücksicht darauf, ob die Nutzung
das Holzvorratskapital unverändert ließ. Diese Unklarheit haftet z. B.
auch dem Ausdruck für denjenigen forstlichen Wissensstoff an, den man
lange Zeit als den wichtigsten und allein auf wissenschaftlicher Grundlage
beruhenden in der Forstwirtschaftslehre betrachtet hat, die Er tr a g s -
reg elun g. Der Inhalt dieser Disziplin ist die Regelung der Höhe der
Abnutzung in einem bestimmten Zeitraum, die mit der Höhe des
Ertrag es des betreffenden forstlichen Unternehmens nichts zu tun zu
haben braucht.
Zur Verschleierung des Ertragsbegriffes haben nicht wenig die
Begriffe Norm a lw a ld. Normal v orr at, Normalertrag
beigetragen, die in der Geschichte der Ertragsregelung eine so große Rolle
spielen. Es ist klar, daß man für einen gedachten Normalwald auch
1) S.. S. 14.