50 Ertrag und Einkommen der Forstwirtschaft.
gerechnet wir d. Ihr Wirtschaftsziel ist der n ach h alt ig h öchst e
Bo denreinertra g. Im Abschnitt „Das Wirtschaftsziel der Forst-
wirtschaft“ wird hierauf noch eingegangen werden.
An dem Gesagten kann nichts ändern, daß Liefmann sich zur Stützung
seiner Ansichten auf einige nicht ganz klare Äußerungen forstlicher Praktiker
beruft. Näheres kann in jedem einschlägigen forstwissenschaftlichen Werke
nachgelesen werden. Hier sei nur Endres angeführt:
„In dem um die laufenden baren Betriebskosten (Kultur- und
Verwaltungskosten) entlasteten Geldbetrag, das ist die Waldrente
o d er d er Waldreinertrag, welchen der Waldbesitzer jährlich
aus dem Walde bezieht, sind die beiden Einkommensarten Bodenrente
und Holzkapitalzins enthalten, ohne daß man sofort erkennen kann,
wieviel hiervon auf den einen oder anderen Einkommenszweig trifft“.
„Die sogenannte Wal dr einertra gs wirtsch aft stelltt nun
grundsätzlich darüber keine Untersuchung an, sondern nimmt das jährliche
Einkommen aus dem Walde als Ganzes und richtet den Betrieb, d. h. die
Umtriebszeit, so ein, daß die jährliche Bareinnahme des Waldbesitzers
das Maximum des Erreichbaren darstellt, ohne Rücksicht darauf, ob dadurch
das Boden- und Holzvorratskapital voll oder nur teilweise verzinst wird.“
„Die Bodenreinertragswirtsch af t erhält aus der im
jährlichen Nachhaltsbetrieb bewirtschafteten Betriebsklasse ebenfalls einen
Waldreinertrag. Sie nimmt denselben aber nicht unbesehen hin und ist
nicht damit zufrieden, daß dieser Waldreinertrag an sich ein absolutes
Maximum ist, sondern sie untersucht, ob die in dem Waldreinertrag
enthaltene Bodenrente ein Maximum darstellt!).“
Einkommen.
Während der Ertrag, wie wir sahen, das Ergebnis der
forstlih en Erwerbs wir tsch a f t darstellt, haben wir im Ein-
k om men, das der forstwirtschaftliche Betrieb liefert, d enj e n igen
Geldbetrag oder diejenige in Geld ausgedrückte
Gütermenge zu sehen, die aus dem Betriebe s e in e m
Eigentümer oder Nutznießer in einem bestimmten
Wirtschaftszeitraum zur Verwendung in seiner
Konsumwirtschaft zufließt, ohne da ß das im Be-
triebe ste ende Vermögen hierdurch gesc<hmälert
1) Max Endres, Handbuch der Forstpolitik, 2. Aufl., Berlin 1922, S. 62 f.