Full text: Der Deutsche Post-Zeitungsgebührentarif

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3) Unterhaltrmgsblälter. Die Unterhaltungsblätter 
sind aus den im Anfang des 18. Jahrhunderts aufgekommenen 
moralischen Wochenschriften, die zum ersten Mal Zeitschriften 
non ausgesprochener Tendenz darstellten, hervorgegangen. *) 
Ihr Inhalt besteht neben dem der Unterhaltung gewidmeten 
Hauptteil vorwiegend aus literarischen und kunstbeflissenen 
sowie populärwissenschaftlichen, erbaulichen, belletristischen und 
ähnlichen Artikeln. Außerdem haben die Illustrationen eine 
gewisse Bedeutung für die Entwickelnng des Kunstsinns. In 
vereinzelten Abhandlungen über nationalökonomische usw. 
Themata klären die Unterhaltnngsblätter ihre Leser wohl über 
interessante Fragen ans dem Gebiete der politischen Oekonomie 
ans; die Verfolgung materieller Bedürfnisbefriedigung, wie sie 
bei den sonstigen Zeitschriften immerhin in gewissem Umfange 
mittelbar oder unmittelbar stattfinden kann, liegt ihnen jedoch 
fern. Sie bieten daher keinen Anlaß zu besonderen Bemer 
kungen über die volkswirtschaftliche Bedeutung ihres redaktio 
nellen Teils. 
Der Absatz der Unterhaltungsblätter wird jetzt dadurch 
eingeschränkt, daß andere Blätter ihren Beziehern immer mehr 
Unterhaltungsbeilagen, die häufig fabrikmäßig hergestellt werden 
unentgeltlich oder gegen geringe Erhöhung des Bezugspreises- 
liefern. Trotzdem ist der Wirkungskreis der Unterhaltnngsblätter 
großer als der der wissenschaftlichen und der fachtechnischen 
Zeitschriften, da Lesezirkel und öffentliche Lokale in weitem 
Maße dazu beitragen, die Unterhaltnngsblätter in den verschie 
denen Bevölkernngsschichten bekannt werde» zu lassen. 
ß) Anzeigenteil. Da das Verbreitungsgebiet der wissen 
schaftlichen Zeitschriften und der fachtechnischen Blätter begrenzt 
ist, ist auch ihr Anzeigenteil für einen engeren, ganz bestimmten 
Leserkreis berechnet. Anzeigen in diesen Fachblättern können 
deshalb eher Wirksamkeit haben als Inserate in den eigentlichen 
Zeitungen, die zwar einem ausgedehnteren, aber nicht so 
interessierten Leserkreis zu Gesicht kommen. Die Wirkung von 
Annonce» in Fachblättern kann schon deshalb größer sein, 
h Salomon I S. 100; Stieda S. 135 ff.
	        
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