geschränkt werden. Rein theoretisch gedacht, wird‘ das ge-
schehen können unter gleichzeitiger Kapitalsabwanderung
(bezw. Umstellung auf eine andere Produktionsrichtung, ein
Beispiel für eine solche ist unter anderem Krupp nach dem
Kriege), so daß das verbleibende Kapital auch weiterhin
den durchschnittlichen Kapitalszins zu erzielen vermag.””)
Praktisch wird eine solche, soweit es sich um stehendes
Kapital (Fabriksanlagen, Maschinen etz.) handelt, sehr oft
nicht durchführbar sein. Unter derartigen Verhältnissen einer
bleibenden Überernährung des Produktionsapparates, die
häufig auch durch andere Ursachen und dann meisf in aus-
siebigerem Umfange herbeigeführt werden können, erfolgen
erfahrungsgemäß in der Regel bei Beibehaltung des an
sich gegebenen neuen Kostenpreises Betriebseinschrän-
kungen, seltener Stillegungen, um den noch möglichen Absatz
werden seitens der konkurrierenden Unternehmungen die
heftigsten Kämpfe geführt, ein Teil des Produktionskapitales
liegt auf jeden Fall brach und wird bei gesunkener Absatz-
möglichkeit bis auf weiteres eben auf geringere Erträge be-
wirtschaffet, als es dem Substanzwerte des Unternehmens
bei gegebenem durchschnittlichen Zinsfuße entsprechen
würde.) (Daher Senkung der Aktienkurse auf Grund ihrer
Bewertung nach dem Ertragsprinzip).
Doch sei dem, wie ihm wolle. Der neue Kostenpreis
(x+n) drückt im einen wie im anderen Falle die Tatsache
aus, daß durch diese Erhöhung um n im vorliegenden Falle
21) Es sei hier nur andeutungsweise festgehalten, daß solche und
ähnliche Bewegungen des Kapitales unter Umständen nicht ohne bedeut-
samen Einfluß zu bleiben vermögen auf die Höhe dieses „durchschnittlichen“
Kapitalzinses selbst. Eine umfassende Darstellung der Dynamik der Wert-
und Einkommensbildung wird dieser Tatsache, die an dieser Stelle nicht
ins Gewicht fällt, Rechnung tragen müssen.
22) Solche Verhältnisse der relativen Hypertrophie des Produktions-
apparates eines Wirtschaftszweiges führen bei anhaltender Dauer und ent-
sprechendem Ausmaße zwangsläufig zu horizontalen Konzentrationsbil-
dungen, insbesondere zu Kartellen. — In Zeiten normalen Aufstieges der
Wirtschaft und Anwachsens des Wirtschaftskörpers müßte sich übrigens der
Zustand der alten Rentabilität bald wieder von selbst herstellen. Das ständige
Anwachsen der Wirtschaft ist ja mit einer ständigen Zunahme von Angebot
und Nachfrage auf allen Märkten sleichbedeutend. Die Auffüllung dieses
Produktionszweiges mit neuem Kapital würde aber erst dann erfolgen,
wenn sich vorher hier infolge des Ansteigens der Nachfrage für alle
Punkte der Wertskala, das eben auf allen Märkten erfolgt, der alte Umsatz
und damit die alte Rentabilität wieder herausgestellt hat.
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