Contents: Neueste Zeit (Abt. 3)

Weitere Kämpfe geg. Frankreich; Wiener Kongreß; Heil. Allianz. 447 
Kabinette: denn er muß der epischen Stimmung die geschicht— 
liche Treue vorziehen; und eben für sie ist in diesen Zeiten die 
Unruhe jenes Hin und Hers charakteristisch. 
Etwas von diesem Charakter der Zeit tritt selbst nach 
der Schlacht von Leipzig noch hervor, nach der Peripetie 
des großen Dramas, als es sich nur noch darum handelte, 
dessen korsischen Helden vollends niederzuringen und an seine 
Stelle die Majestät eines anderen Helden zu begründen oder 
wenigstens vorzubereiten, die Majestät des zur Nation geeinten 
Volkes. Und hat diese zweite Aufgabe im Laufe des 
19. Jahrhunderts nicht wiederum zu einem neuen, gestaltungs⸗ 
reichen und vielleicht noch nicht einmal abgeschlossenen Drama 
geführt? 
Schon nach den ersten Schlägen gegen Napoleon hatten 
die verbündeten Monarchen das Bedürfnis empfunden, ihre 
Vereinigung fester zu gestalten. Es war in drei fast gleich⸗ 
lautenden Verträgen geschehen, die am 9. September 1813 zu 
Teplitz, in dem damaligen Hauptquartier der Monarchen, ab⸗ 
geschlossen wurden. In ihnen gewährleisteten die Allierten 
inander den Besitz ihrer Staaten und versprachen sich zu 
diesem Zwecke gegeuseitige Hilfe mit einem Heere von sechzig⸗ 
tausend Mann, das unötigenfalls noch Verstärkung erfahren 
sollte, verpflichteten sich, nur gemeinsamen Waffenstillstand 
und Frieden zu schließen, und hielten ihren Bund weiteren 
gleichgesinnten Mächten nach gemeins chaftlichem Einverständnisse 
offen. Im einzelnen wurde festgesetzt, daß Osterreich und 
Preußen wieder auf den Besitzstand des Jahres 18085 her⸗ 
gestellt werden sollten; daß auch das Haus Hannover⸗England 
n seine sämtlichen deutschen Besitzungen wieder eingesetzt 
werden solle; daß der Rheinbund aufzulösen und die Herr⸗ 
schaft der Napoleoniden auf deutschem Boden zu beseitigen 
sei; und daß endlich wegen des Herzogtums Warschau eine 
freundschaftliche Auseinandersetzung zwischen den drei Vertrags⸗ 
schließenden eingeleitet werden solle: denn Rußland blieb mit 
seinen Plänen, die im Grunde auf ein polnisches Königreich
	        
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