Object : Die Vertretung der Industrie in den sächsischen Ständekammern

Die  diesjährige  Generalversammlung  begann  mit  einer  Mitgliederversammlung, ­
  die  von  Herrn  Fabrikbesitzer  G.  Max
Schmidt-Meissen  in  Vertretung  des  erkrankten  ersten  Vorsitzenden ­
  Herrn  Franz  Hoff  mann  -Dresden  gegen  4  Uhr
nachmittags  im  Hotel  Bristol  eröffnet  wurde.
Den  wichtigsten  Punkt  der  Beratung  bildete  der  von  dem
Syndikus  des  Verbandes,  Herrn  Dr.  S  tr  e  s  e  m  ann-Dresden,
erstattete  Bericht  über  die  Tätigkeit  des  Verbandes  im  verflossenen ­
  Geschäftsjahr.  Der  Bericht  konstatierte  mit  Genugtuung ­
  die  ausserordentliche  Stärkung  der  Organisation:  die
Neubeitritte  zum  Verband  ergeben  nach  Abzug  der  verhältnismässig ­
  geringen  Zahl  von  Austritten  für  den  Verband  einen
Zuwachs  von  279  Mitgliedsfirmen,  sodass  der  im  Frühjahr ­
  1902  mit  einem  Bestände  von  180  Mitgliedsfirmen  begründete ­
  Verband  heute  bereits  mehr  als  600  Fabrikbetriebe
mit  gegen  100000  beschäftigten  Arbeitern,  d.  h.  einen  bedeutsamen ­
  Prozentsatz  der  sächsischen  Industrie  vertritt.  Korporativ
ist  dem  Verbände  in  den  letzten  Tagen  der  Leipziger  Brauereiverein ­
  beigetreten,  der  30  sächsische  Brauereien  zu  Mitgliedern
zählt.  Der  Verbandsvorstand,  in  den  die  Herren  Fabrikbesitzer
Langhammer-Chemnitz,  Hofrat  Dr.  Kolbe-Dresden  und  Fabrikbesitzer ­
  Rittberger-Limbach  neueingetreten  sind,  hielt  sechs
Sitzungen  ab,  eine  allgemeine  Verbandsversammlung  fand  ausserdem ­
  in  Leipzig  im  März  d.  J.  statt:  Zu  allen  grossen
Fragen  des  sächsischen  Wirtschaftslebens  hat  der  Verband
Stellung  genommen,  so  zur  Personentarifreform,  zur  Kanalfrage,
zu  der  wichtigen  Frage  der  Abrenzung  von  Fabrik  und  Handwerk, ­
  ganz  besonders  jedoch  zu  den  durch  die  sogenannte
Steuerreform  angeregten  Fragen.  Die  Grundlage  für  die  Tätigkeit ­
  des  Verbandes  gab  die  auf  der  letzten  Generalversammlung
im  Anschluss  an  das  Referat  von  Dr.  Stresemann  über  die
„Sächsische  Steuergesetzgebung  und  die  Industrie“ ­
  angenommene  Resolution,  in  der  die  Wünsche  der
sächsischen  Industriellen  in  bezug  auf  Steuer  einschätzung,
Steuerreform  und  vor  allem  im  Anschluss  an  die  Bevorzugung ­
  der  landwirtschaftlichen  Kreise  bei  der  letzten  Steuerreform ­
  durch  die  Mehrheit  der  Ständekammern  die  grundsätzlichen ­
  Forderungen  auf  ander  weite  Zusammensetzung
der  sächsischenStändekammern  ausgesprochen  wurden.
Bei  den  Ausführungsbestimmungen  über  die  neue  Ergänzungssteuer
  ist  verschiedenen  Anregungen  des  Verbandes  in  bezug
auf  die  Vornahme  der  Steuereinschätzung  stattgegeben  worden.
Die  von  der  Regierung  angestrebte  Verweisung  der  Gemeinden  auf
            
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