Am 14. 7. sandte X. dem Bezirkskommando F. auf Verlangen
seinen Militärpaß und schrieb *) dazu, er benötige denselben
nicht mehr. „Er habe sich nämlich in B. militärisch nicht angemeldet
und sei auch nicht zur Kontrollversammlung gegangen.
Der deshalb über ihn zu verhängenden Strafe sehe er gern entgegen.
Gleichzeitig teile er ergebenst mit, daß er überhaupt jedwede
Beteiligung am Weltkrieg ebenso höflich wie bestimmt ablehne.
Er sei sich volllommen darüber klar, daß ihm diese Gehorsamsverweigerung
teuer zu stehen kommen könne, aber er ssei
von Jugend an gewöhnt und bestrebt, sein äußeres Verhalten mit
seinen inneren Überzeugungen in Einklang zu setzen, und könne
grundsätzlich auch in diesem Falle jetzt nicht mehr anders handeln.
Er bekenne sich nicht erst jetzt, aus Angst eingezogen zu werden,
zu diesen Ideen. Er habe bereits vor 46 Jahren wegen dieser
Dinge Tolstoi persönlich aufgesucht und sich darüber gefreut, daß
auch dieser von ihm verehrte Mann die einfache Lösung für den
vorliegenden Fall gefunden habe, nämlich einfach nicht mittun.
Damit stehe nicht in Widerspruch, daß er zu Anfang des Krieges
sich gestellt und auch eine Zeitlang Dienst getan habe. Er habe
der Sache des Pazifizismus dadurch nützen wollen, daß er den
Heldentod für das Vaterland sstürbe und dann habe er bei der allgemeinen
Begeisterung unliebsames Aufsehen vermeiden wollen.
Auch habe er damals die Auffassung, daß es sich um einen Verteidigungskrieg
handle, noch nicht so glatt abgewiesen, wie er es
heute tue. Die Grenze hätte er sogar unter Umständen verteidigen
helfen. Hierzu sei er auch heute noch bereit, unter der unerfüllbaren
Voraussetzung, daß dies auf der Gegenseite angesagt würde.
Er sei gern bereit, auf seine Anschauungen über die Bedeutung
*) Das folgende ist genau wiedergegeben.
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