Metadata: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

7. Titel: Werkvertrag. S 634. 1095 
die allgemeinen aus Möngeln entfpringenden Et find. durch 
au8 nicht abhängig bon vorausgegangener Sritjebung. Es fıebt im freien 
Willen des YeitellerS, vb er Jich des einen oder anderen Recht8behelfs 
jedienen will. Hat aber eine Hriltfeßung tattgefunden und i{t fie ohne 
Erfolg geblieben, fo findet mit Itücklicht auf Das mit der Frikfebung ver- 
bundene Präjudiz der Ablehnung einer Mängelbefeitigung ein Rückgriff auf 
die BefeitigunasHage nicht mehr Hatt. Dagegen iit nach Yechtsiraft eines 
Urteils auf tüngeDeleit ann eine Friljebung nach S 634 Immer noch 
fällig. (Uebereinftimmend Planck und HYertmann; f. ferner auch Iipr. D. 
LG. [Gamburg] Bd. 12 S. 79.) 
n 3, Sachlide Borausfegung für die Frilbelimmung ift immer, daß ein Anfpruch 
© Beiteller8 darauf vorliegt, Mängelbejeitigung üb erhbaupt fordern 3U 
ht We Das Friftjebungsrecht greift deshalb auch im Falle des S 633 bi. 2 Sag 2 
a) Neben dem Rechte und der Wirkung der Frijtiebung bheiteht au das im 
> 633 Wbf. 3 begründete Selbitbejeitigungsrecht des BeftellerS no 
Joxt, aber nur {o lange, al eine wirflih gefeßte SFrilt noch nicht abgelaufen 
it. Denn im gegenteiligen Falle fruchtlofen Zriftablaufs kommt der Schluß 
jaß des 8 634 Abi. 1. in Nirklamfkeit. (Uebereinftimmend lang zu $ 634.) 
Tine nachträgliche eigene Mängelbefeitigung ftände au mit der vorausS- 
zegangenen Erklärung des Beiteller3 in Widerfbruch. 
STE find ferner zu den hier befprochenen Verbältniffen au SS 887, 
Heber Friftfebung im Urteil auf Bejeitigung des MangelS vgl. 
8 255 ZU: 
al. ferner aud oben Bem. 2, C. 
wo 4, Wenn eine Frift nicht gefebt und auch NachHbefierung (S& 623) nicht verlangt 
yurde, {o verbleibt dem Beiteller nur der Schadenzerfaßanfpruch aus S 685. Val. 
eumanıt zu 8 634 und ferner Dertmann in Bem. 6. 
5, YUeber das Verhältnis des S 634 zu 88 320 ff, 322 vgl. ROSE, Yd. 69 S. 381; 
wegen S 326 (Erfordernifje für den Rücktritt vom NE val. au RGE. 
re Wichr. 1910 S. 806 Nr. 16, Karneyer Erg.-Bd. 1910 S. 340 dir. I26, fowie ferner 
634 mit Bem. 
N 6, Nur eine Herftellung _ des bertragsmäßıgen Buftandes Gefeitigt einen 
angel. Deshalb ift z. DB. die Erhöhung des Kellerfukboden8 ein ungeeignetesS Mittel, 
wenn der Keller dadurch einen Teil des im Werkvertrage vorgefehenen Rauminhalktes 
verliert. NGOE in Warneyer Erg.-Bd. 1909 Nr. 293 S. 269. 
x. 7. Die Frijtjebung aus Sag 1 ift ri Enehmbar (5i3 fpätejtenS zum Aolaufe der 
Srift), vgl. hiezu Kein, Are. f. bürgerl. N. Bd. 33 S. 269. 
{IL Wandelungs- oder Minderungsanfpruch. 
feet Begriff und Wefen der Wandelung und Minderung find bier die 
Heiden wie beim Kaufe. Val. 88 462 ff, insbef. Bem. IV zu $ 462, fowie Die 
Dan IL. zu S 465; Erörterungen über die Abweichungen vom Kaufe 1. bei Hachenburg, 
Sul und Werkvertrag S. 71 {f., |. ferner auch Soöller in Gruchot, Beitr, Bd. 46 
Da ff, Sotmar, Arbeitsvertrag Bd. 1 S. 728 ff, Bd. 2 S. 666, 667, Sur. Wichr. 1905 
eil. S, 58, ROSE. Bd. 58 S. 423. 
5 3. Beim Werkvertrage treten aber, wie fchon oben angedeutet wurde, diefe NRechtS- 
PeDelie in die zweite Reihe. Sie greifen — in alternativer Weife — nur jub- 
idiaär, nämliH nur dann Plaß, wenn 
a) die in gefeßliher Weife val. Riezler S. 116) wirklich vorgefeßte 
Mängelbefjettigungsfrift abgelaufen und Der Mangel nidht 
cechtzeitig befeitigt worden {ft (S 634 6). 1), gleihviel vb Darin ein 
Berichulden oder ein Verzug des fäumigen Unternehmers vorlag (Dertmann 
zu 8 634), oder wenn €8 
ausnahm8mweife einer Sriftftellung nicht bedurfte, weil einer 
der im 8 634 Ah. 2 aufgeführten drei Oriünde vorlag, nämlich wegen 
a) objektiver Unmöglichkeit der Mängelbefeitigung, der . 
8) einer dem Bejteller gegenüber (fo land zu S 634; a. M. NRiezler 
S, 115), aleichbviel wann oder wie, erklärten Berweigerung der 
Tiüngelbeteitigung Jeiten8 des Unternehmers (vgl. hiezu auch Sur. 
Aichr. 1907 S. 16, ROSE, Bd. 64 S. 294, Beitreitung der Mängel 
im Vrozelle) oder 
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