Object: Rationelle Betriebsführung im Malerhandwerk

Die Leistungs- und Abzugstabelle 
(Ein Beitrag zur Lehrlingserziehung im Malerhandwerk) 
Von Dipl.-Handelslehrer Dr. Kurt Fontaine, Mannheim 
Die Lehrlingsausbildung ist für den gewissenhaften Malermei- 
ster sehr oft eine Quelle ständigen Ärgers und Verdrusses, Der 
Meister möchte den jungen, ihm zur geschäftlichen Erziehung anver- 
trauten Menschen das Beste bieten, was er ihnen für ihre Zukunft 
zu geben vermag, nämlich all die Erfahrungen, die er sich selbst 
mühsam im Laufe eines langen Berufslebens erworben hat, Wie oft 
muß dann der Lehrherr erleben, daß sein Lehrling, dem er doch 
durch seine Unterweisung den künftigen Lebensweg ebnen will, 
nicht aufmerksam genug ist, daß er alles noch als Spielerei auffaßt 
und gar nicht an sein späteres Vorwärtskommen denkt, 
Hier seien nur zwei Vorkommnisse aufgezählt, die dem Meister 
immer wieder dazu Anlaß geben, sich über das Resultat seiner Be- 
mühungen um die Ausbildung des Nachwuchses zu ärgern; 
1. Der Meister hat dem Lehrling eine zu leistende Arbeit ganz 
ausführlich erklärt und der Junge hat diese Arbeit auch schon 
einige Male zur vollen Zufriedenheit seines Lehrherrn ausgeführt. 
Wenige Tage später verläßt sich der Meister darauf, daß der Lehr- 
ling nun derartige Arbeiten selbständig, ohne Überwachung, aus- 
führen kann, und nur zu bald sieht sich der Lehrherr in seiner guten 
Meinung über die Leistungen seines „Jüngsten“ getäuscht; die Ar- 
beit ist schlecht und der Malermeister erleidet durch die unordent- 
liche Arbeit seines Lehrlings häufig finanzielle Einbußen. 
2. Der Lehrling wird von der Arbeitsstätte in die Werkstatt ge- 
schickt, um einen ihm genau bekannten Gegenstand zu holen... Er 
kommt zurück, bringt aber etwas ganz anderes. Der ganze Weg 
wurde also umsonst gemacht, diese Arbeitszeit ist also vergebens 
aufgewendet. 
Diese Beispiele lassen sich natürlich leicht vermehren. Jeder 
Lehrherr kann sein Lied davon singen, und es ist nur zu leicht be- 
greiflich, daß es dem Meister manchmal in der Hand juckt, dem 
Lehrling den „schlagenden Beweis” dafür zu geben, daß sich der- 
artige offensichtliche Unachtsamkeiten mit den Anschauungen des 
ehrbaren Handwerks nicht vertragen. Es soll hier jedoch durchaus 
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