Full text: Mehr Freiheit im Welthandel!

absolute ist, d. h., daß bei bestimmten Positionen gegen andere 
Länder der Maximaltarif angewandt wird und diese Länder nicht in 
der Lage seien, sich hinsichtlich dieser Positionen auf dem Ver- 
handlungswege den Minimaltarif zu sichern. 
Dieser Gang der Verhandlungen bestätigt die von vorn- 
herein gehegten Befürchtungen. Die Glieder des englischen 
Weltreiches sind, vielleicht mit Ausnahme von Britisch-Indien, 
von dem Gedanken geleitet, lediglich die Interessen Großbri- 
tanniens, der englischen Dominions und Kolonien in den Vorder- 
grund zu stellen und die Erzeugnisse der übrigen Länder nach 
Möglichkeit von ihren Märkten fernzuhalten. Die Versuche der 
Vertreter deutscher Firmen, den Zustand zu ändern, sind bei 
der südafrikanischen Regierung ohne Eindruck geblieben. Man 
geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß die letzte Zoll- 
erhöhung nur den Auftakt zu einer noch weitergehenden Zoll- 
schutzpolitik bilden. Es ist sicher sehr fraglich, ob es gelingen 
wird, selbst unter großen Opfern, Abschläge auf den heutigen 
erhöhten Generaltarif zu erreichen. 
Auch Kanada gehört zu den Ländern, die ihre Zollpolitik 
der Entwicklung ihrer Industrien fortschreitend anpassen; 
Dadurch wird die Einfuhr gewisser deutscher Erzeugnisse, 
namentlich solcher der HEisenindustrie, immer schwieriger. 
Denn Kanada hat einen dreifachen Zolltarif. Einen Vorzugstarif 
genießt England und seine Dominions, einen Zwischentarif die 
Staaten, mit denen Kanada einen Handelsvertrag abgeschlossen 
hat. Deutsche Erzeugnisse werden nach dem Maximaltarıf 
verzollt. Die Unterschiede in der Belastung sind sehr erheblich. 
Der Abschluß eines Handelsvertrages mit der Meistbegünsti- 
gungsabrede und möglichst auch mit Zollbindungen, wäre die 
Voraussetzung für einen erfolgreichen Absatz deutscher Erzeug- 
nisse auf diesem Markte. Auch für die chemische Industrie ist 
ein Handelsvertrag notwendig. Nach ihren Erfahrungen ist 
Kanada für deutsche pharmazeutische Präparate und Speziali- 
täten besonders aufnahmefähig. Eine wesentliche Belebung des 
Geschäftes steht aber erst dann zu erwarten, wenn Deutschland 
in Kanada die Meistbegünstigung genießt. Der Eingangszoll 
für die genannten Erzeugnisse betrug früher sogar 100% d. W., 
ist seit Aufhebung der Dumpingmaßnahmen gegen Deutschland 
wesentlich niedriger, aber immer noch so hoch, daß er ein 
wirklich erfolgreiches Geschäft nicht zuläßt. 
In Japan ist die Zollbelastung im allgemeinen sehr groß. 
Die Firmen klagen darüber, daß es ihnen bei den geltenden 
Zollsätzen nicht möglich sei, ihre Waren in Japan abzusetzen. 
Für gewisse chemische Erzeugnisse betragen die Zölle 100% 
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