Full text: Mehr Freiheit im Welthandel!

Staaten haben heute noch den Sichtvermerkszwang, der den 
Geschäftsreisenden vielfach Zeitverlust und größere Kosten 
verursacht. Es liegt in der Linie der wirtschaftlichen Entwick- 
lung und namentlich des Ausbaues des zwischenstaatlichen 
Luftverkehrs, daß diese Beschränkungen nach Möglichkeit 
fallen. 
Schlimmer als die allgemeine Behinderung ist die Behandlung 
nur deutscher Reisender in den nordischen Ländern, sowie 
die schwierige Stellung der Handelsvertreter deutscher Firmen 
in Polen. 
Vor nicht langer Zeit wurde die Gebühr für einen dänischen 
Gewerbeschein von 160 auf 400 Kronen erhöht. Aus diesem 
Grunde hat eine Firma davon Abstand genommen, Dänemark 
bereisen zu lassen. Eine deutsche Firma hat bei ihrem Aufent- 
halt in Dänemark Schwierigkeiten gehabt, wenn sie in der Pro- 
vinz mit dem Auto Besuche vornehmen wollte. Durch ein Ver- 
bot war sie gehindert, derartige Geschäftsbesuche zu machen, 
bevor der Handelspaß bei der Staatspolizei oder bei dem Zoll- 
amte des betreffenden Staates eingetragen und mit Stempel 
versehen war. Der Zeitgewinn, den sie bei Benutzung des Autos 
erzielt, wird durch die erforderliche Abstempelung des Handels- 
passes aufgehoben. 
In Schweden und Norwegen genügt die einmalige Abstempe- 
lung des Handelspasses. Die Gebühr für den Paß beträgt für 
jeden Monat 100 Kronen. Von allen Seiten wird aber über die 
Behinderung des dänischen Geschäftes besonders geklagt. Die 
Klagen stammen nicht allein aus Deutschland, sondern auch, 
wie wir feststellen konnten, aus anderen Ländern. Jedoch ist 
Deutschland stärker an dem Geschäft mit Dänemark interessiert, 
deshalb am meisten benachteiligt. Wie lästig die Behinderung 
empfunden wird, dafür ein weiteres Beispiel. Eine Firma berich- 
tet, sie werde an der persönlichen Bearbeitung des dänischen 
Marktes dadurch behindert, daß die dänische Regierung von 
jedem Handelsvertreter, der das Land besucht, einen Gewerbe- 
schein fordert, der zu einer Abgabe von etwa 400.— Mk. ver- 
pflichtet. Die Firma hat schon früher gegen diese Bestimmung 
ergebnislos gekämpft. Diese „altertümliche‘““ Maßnahme der 
dänischen Regierung hält sie für um so unverständlicher, als 
der nicht unbedeutende dänische Handel nach Deutschland 
volle Freiheit genießt. „Es dürfte daher sehr am Platze sein“, 
so berichtet die Firma weiter, „die Fesseln, die der dänische 
Staat der deutschen Wirtschaft aufzwingt, energisch zu be- 
kämpfen, oder aber die deutsche Regierung zu veranlassen, 
z1
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.