fullscreen: Premières notions d'économie politique

1. Titel: Berpflidhtung zur Leiftung. $ 269, 109 
zu die VerleBung des Vertrage8 durch Errichtung des Aonkuırrenzgelchäftes in dem 
Orte B eingetreten fein). a 
Die hier zitierte ROES. i{t eingehender Kritik unterzogen worden von Lehmann, 
Die Unterlafiungspflicht (1906) S, 181—184; er fommt zwar zu dem Schluffe, daß fie 
jachlich gerechtfertigt ijt, verwirft aber ihre Begründung, Diefe beruhe auf der Unter“ 
itellung eines vertragsireuen Kontrahenten. Uber warum foll diefe Unterftellung eine 
wilfen]haftlich unzulällige Fiktion fein? Selbftverftändlich {ind doch die RKechtäpflichten 
30m Standpunkte der Bertragstreue aus zu beurteilen. MNichtig it Tr daß man nicht 
don dem Ariom ausgehen darf, die Unterlaffung jei notwendig illensStat und müfte 
auf einem Wilensentfchluß beruhen. AWber daraus, folgt feineswegs, daß S 269 BGB. 
in Verbindung mit 8 241 Sag 2!) nur die politive Leinungsverbindlichteit im Auge 
gehabt haben könne. Da übrigens Lehmann felbit wenigjtens bie analoge Anwendung 
de8 8 269 auf A befürwortet, trägt {eine Kritik einen rein ala- 
demi]cdhen Charakter. Bal. ferner ROES. Bd. 69 S. 13; Zur. Wichr. 1908 S. 488 Biff. 23; 
23. 1908 S. 773 Biff. 2, Recht 1908 11 Biff. 2544. . , N 
, Gefchäftlidhe Leiitungsitelle, Keine befondere Beftimmung trifft der S 269 über 
die Stelle oder den Plab, wo innerhalb des Lerftungsort$ die m! zu bewirken ift, 
€ ent{heiden darüber Gebrauch und Geichäftsfitte gemäß S 242. Vgl. Dernburg H 
S. 121, V; ®ammerger. vom 8. Dezember 1902, D. Kur.3. 1903 S, 33, Seuff. Arch. 
Bd. 59 S. 263. 
I. SE Charakter der Borfgrift: Für die Feititelung des Leiftungs- 
0rt$ gibt das BGB. nachitehende Borfchriften: 
„1. An eriter Stelle entfcheidet eine befondere Beftimmung des QeiftungSortes, 
jei e8, daß fie durch RechtSgefchäft oder durch Gefeß getroffen if. | 
') Die rechtsgefchäftlide Beitimmung des Geitungsort8 braucht feine au8s- 
drückliche zu {ein, fie Kann auch {tilljchmweigend, KLonkludent getroffen 
fein. Bol. vor allem ROEC, Bd. 22 S. 55 ff. I 
Bloß einfjeitige Srflärungen einer Vertragspartei find, fo lange 
nicht ein Einverftändni3 des SEEN feitzuftellen ift, natitrlich 
DdedeutungSfo3, zumal wenn fie nach dem VBertragsfchluß auf einer Faktura, 
Neberfendungsnota u. dal. gegeben werden. Val. NOGES. vom 10. November 
1903, Sur. Wichr. 1903 S. 431 (Mandvermerk auf Koftenanichlag), DLSG. 
Bomben bom 18. März 1904, Hanfeat. SGerichtaztg. Nr. 25 S. 127 und 
au RKOÖOS. Bd. 58 S. 66 ff. (AM. M. bezüglich er OL®. 
Karl8ruhe vom 17. Noventber 1903 in Bad. Rıpr. Bd. 70 S. 26). DVagegen 
it ein Stilljhweigen auf einen BeftätigungsSbrief, in dem ein bejonderer 
Se llungSort beftimmt it, al8 Chtveritänonis zu erachten. NOS, vom 
26. April 1904, D. en Bd. 9 S. 603. Val. Warneyer I S. 38 Nr. 6, 1 
S. 27 Nr. 9, 10. GE. Bd. 57 S. 408; Bd. 58 & 66, Recht 
Bd. 7 S. 44. Beitellte Beklagter auf @rund eines BZirkular8s, nicht einer 
öloßen Preislijte, in dem ein abweichender Erfüllungsort vermerkt ift, 10 
muß er bie Beftimmung mangel8 Vorbehalts gegen fi gelten laflen, ROES. 
vom 16. Mürz 1904, Btichr. f. Aktiengef. Bd. 11 S. 115, Holdheims 
Monat8ichr. Bd. 12 S. 278, Warneyer IS. 38 Nr. 7, 8, II S. 27 Ir. 6. 
Auf Grund verfandter Vreisliften it, wenn Offerte und Beftellung feine 
Bezugnahme auf fie enthalten, feine {tilfchmeigende Vereinbarung anzunehmen 
ROE. in Holdheim3 Monatsichr. 1904 S. 224, 225. Sthlfhweigen {ft u 
dann al8 Einwilligung zu erachten, wenn ein Käufer wiederholt mw ähren 
zineS laufenden Gejhäftsverkehr8 Rechnungsauszüge und Ges 
(bäftsbedingungen erhält, worin ein abweichender Erfüllungsort für 
maßachend erklärt ijt, ROSE. vom 9. Dezember 1903 in Holdheims MonatS{hr. 
Bd. 13 S. 105, vom 26. Dezember 1903 im „Recht“ 1904 S. 225. Val. 
jerner Seuff. Arch. Bd. 56 Nr. 70, RO. vom 1. Oftober 1900 in Bl. 
f. Rpfl. in Bez. d. Rammergerichts 1900 S. 101. , | 
Much die Berkehrsfitte ift zu berücfichtigen; daher % mit Enneccerus, 
2. Aufl. S. 619 anzunehmen, daß Kreditforderungen eines anfier3 in deffen 
Seichäftslokale zu erfüllen find, daß der Keifende die Zeche zu bezahlen hat, 
wo er fie gemacht hat, daß Handwerker, wo es Ortsgebrauch ijt, die auf 
Beitellung angefertigten Sachen beim Befteller abzuliefern haben. gür den 
Sall, daß Sachen, über die Kfontrahiert ift, fi mit Willen der Bertrag- 
Ichließenden an einem andern Orte al8 dem Wohnfike des Schuldners be- 
Anden, vgl. 1. 12 8 1 D. depositi 16, 3; cod. civ. art, 1247; Die Heide Ver: 
mutung des Art. 324 des alten HGB. it weggefallen; val- azı. Dern- 
burg II S. 123; mit Recht bemerkt Enneccerus, 2. Aufl. S. 619 Ynm. 3, 
daß fie nicht allgemein anwendbar ift.
	        
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