Full text: Die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft

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Dritten bejahen sie nur dann, wenn auch gleichzeitig für 
unverdienten Verlust eine Entschädigung geleistet wird. 
Wieder andere erklären die Steuer nur dann für gerecht, 
wenn wirklich alle unverdienten Gewinne beim Boden 
sowohl wie beim Kapital durch die Steuer getroffen werden. 
Noch andere machen ihr Urteil über die Gerechtigkeit der 
Steuer von ihren Wirkungen auf Spekulation, Bodenpreis, 
Mietpreis usw. abhängig. Ganz gewiß wirken in diesem 
Streite verschiedene Auffassungen von der „Gerechtigkeit“, 
von den „Kulturaufgaben“ mit. Soweit das der Fall ist, 
haben wir zu versuchen, die verschiedenen Meinungen 
darüber zu verstehen, aber es ist nicht unsere Sache, 
sie zu beurteilen oder ja zu verurteilen. 
Deshalb fehlt es uns aber bei derartigen Problemen nicht 
an „würdigem“ Stoffe für wissenschaftliche Betätigung. Die 
außerordentlich schwierige und wichtige Frage: Was ändert 
sich im wirtschaftlichen Organismus nach Einführung der 
Steuer, wird die Wissenschaft zu beantworten versuchen 
müssen; haben die Bodenreformer Recht, wenn sie meinen, 
daß durch die Steuer die Mietpreise reduziert, die ungesunde 
Bodenspekulation eingedämmt werde, oder haben die 
jenigen recht, die von der Steuer eine weitere Belastung der 
Mieter, Fortschritte zum Boden- und Wohnungsmonopol 
erwarten? Solche Fragen können nicht durch irgend einen 
Glauben an ein Ideal beantwortet werden, sondern nur 
durch die sozial-ökonomische Wissenschaft. 
Es gibt „ganz Moderne“, die auch von dem, was Verfasser zum 
alleinigen Leitsterne der sozialökonomischen Wissenschaft machen möchte 
von der „Wahrheit“ sagen, daß auch das nur ein „Wort“ sei. Eine 
neuere philosophische Richtung, die charakteristischerweise ihren Haupt 
sitz in den Vereinigten Staaten hat, läßt die Wahrheit nur gelten, wenn 
sie einen „Barwert“ hat: „Wahr ist alles, was sich auf dem Gebiete der 
intellektuellen Überzeugung aus bestimmt angegebenen Gründen als gut 
erweist“ (William James). Das Prinzip der Wahrheit ist also die Zweck-
	        
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