Object: Der Weg der Reparation

Reichsbahn. sollte hiernach selbständig werden und Schuldver: 
schreibungen. mit erster Hypothek auf das Reichsbahnvermögen 
in Höhe von 10 Milliarden Goldmark ausgeben, die vom 1, Juli 
1927 ab mit 5 Prozent zu verzinsen wären, Damit war eine 
Jahresleistung von 500 Millionen durch die Reichsbahn sicher- 
gestellt. Der gleiche Betrag sollte vom 1. Juli 1927 ab durch eine 
erste Hypothek von 10 Milliarden Goldmark auf den gesamten 
Grundbesitz der Industrie, der Banken, des Handels, des Ver- 
kehrs und der Landwirtschaft Deutschlands beschafft werden. 
Außerdem wurden die Zölle auf Genußmittel und die Verbrauchs- 
steuern auf Tabak, Bier und Zucker sowie die Erträgnisse des 
Branntweinmonopols als Sicherheit angeboten. Der Ertrag dieser 
Zölle und Abgaben war mit 800 Millionen Mark im letzten Jahre 
vor dem Kriege angegeben, Das Memorandum verwies die näheren 
Erörterungen über Deutschlands Zahlungsfähigkeit auf münd- 
liche Verhandlungen und wiederholte das Ersuchen, hierzu eine 
Konferenz zu berufen, 
Poincare, getreulich gefolgt durch die ihm ergebene Pariser 
Presse, vertrat nach der deutschen Note vom 2. Mai verbissen 
den Standpunkt, vor Einstellung des passiven Widerstandes dürfe 
über die Reparation nicht einmal unter den Alliierten gesprochen 
werden, Kurz vor dem zweiten deutschen Angebot vom 7, Juni 
aber mußte er doch dem belgisch-englischen Druck nachgeben und 
in eine weitere persönliche Besprechung mit Theunis in Brüssel 
willigen. Als Ergebnis wurde wie üblich verkündet, daß auch dies- 
mal die belgische und die französische Regierung in der Behand- 
lung der Ruhrfrage vollkommen einig seien und ihre früheren Be- 
schlüsse ohne Einschränkung aufrechterhielten. Tatsächlich hatte 
sich jedoch der Unterschied zwischen der französischen und der 
belgischen Richtung in Brüssel wesentlich verschärft. Belgien be- 
trachtete die Ruhrbesetzung nur als Mittel zum Zweck, um durch 
den Druck auf Deutschland eine Lösung der Reparationsfrage 
herbeizuführen und alsdann das Ruhrgebiet wieder freizugeben., 
Poincare wollte zwar auch Deutschland zur Ergebung zwingen, 
dann aber Rhein und Ruhr behalten und das System ihrer wirt- 
schaftlichen Ausbeutung durch alliierte Organe unverändert weiter- 
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