Full text: Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

T Einleitung. 
aufzusetzen und zu unterzeichnen, dann sah ich im Geiste die Zeit hundert 
Jahre voraus, wo Menschen auf die große Versammlung im „Palais 
d’Egmont“ zurückblicken und erzählen werden, daß Männer und Frauen 
aller Rassen sich im Monat Februar 1927 versammelten, um zu erklären. 
daß alle Menschen von Geburt gleich und alle zur Freiheit berechtigt sind, 
ja sogar um die größte und edelste aller Wahrheiten zu verkünden, daß der 
Zusammenschluß die einzig richtige Lebensform ist, daß nur in Verbindung 
untereinander für das Wohl aller Friede, Freude und Glück über die Mensch- 
heit kommen wird. In Brüssel sprachen wir nicht von orthodoxer Religion, 
wir debattierten nicht, ob weiße und farbige Menschen untereinander Ehen 
schließen ‚dürfen. 
Nein, unsere Diskussionen waren wesentlicher, weil wir alle erfüllt waren 
von dem einen fesselnden Gedanken: Kann ein einzelner oder eine Nation 
den Zielen einer anderen dienen? Kann einer von uns irgend etwas Wertvolles 
für andere tun ohne die Mitwirkung derer, deren Beistand uns unsicher ist? Und 
die Antwort lautet: Nein. Deshalb bildeten wir unsere Liga, vertreten durch 
unterdrückte und unterdrückende Nationen, und wir werden unseren Kampf 
in der vollen Überzeugung fortsetzen, daß in kommenden Tagen das Wort 
„Imperialismus“ aus unserer Sprache verschwinden wird, weil die Mensch- 
heit den Grundsatz als wahr erkennen wird: „Gott und Natur haben alle 
Völker der Erde aus einem Blut gemacht!“ 
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