CHINA UND JAPAN
Im Pennsylvania Staatsboten vom 0. November 1764
ist folgende Notiz enthalten:
„Deutsche Ankömmlinge. Heute ist das Schiff Boston,
Capitän Mathäus Carr. von Rotterdam hier angelangt mit etlichen
Hundert Deutschen, unter welchen «sind allerlei Handwerker, Tage-
‚Ööhner, junge Leute, sowohl Manns- wie Weibspersonen, auch Knaben
und Mädchen befinden. Diejenigen, welche geneigt sind, sich mit
dergleichen zu versehen, werden ersucht, sich zu melden bei David
Rundle in der Frontstraße.‘‘
Die erste Nummer der New Yorker Staatszeitung
(1787) enthält bereits 34 Inserate; dieses Exemplar ist in der
New Yorker historischen Gesellschaft aufbewahrt.
Im Jahre 1800 gab es in Nordamerika bereits mehr als
150 Zeitungen. Aber mit den Anzeigen sah es immer noch sehr
schwach aus. Jahre und wieder Jahre hindurch nur vereinzelte
Anzeigen, genau wie in Europa. In den frühesten Zeitungen
waren die Inserate nicht einmal durch einen Strich oder sonst
ein Kennzeichen vom redaktionellen Teil getrennt; alles ging
bunt durcheinander. Nicht einmal durch eine zweizeilige
Initiale, wie sie jetzt in englischen Zeitungen allgemein bei
Anzeigen üblich ist. Diese Übung kam erst lange, 'nachdem
schon einzelne Druckfirmen die Anzeigen voneinander durch eine
Linie’ oder, um einen technischen Ausdruck zu gebrauchen,
durch eine schmale Reglette trennten, auf.
China und Japan.
Sogar in den in den entferntesten Ländern der fremden
Weltteile erscheinenden Zeitungen finden wir Anzeigen. So ent-
halten z. B. die chinesischen Zeitungen gewöhnlich eine Seite
Anzeigen. Speziell von „Hua-Pao‘“ wird berichtet, daß seit
1885 der Anzeigenteil Bedeutung erlangt hat. Sogar ‚‚General-
Anzeiger‘, die hauptsächlich auf Anzeigen ausgehen, werden in
China betrieben. Der chinesische Kaufmann hat die Wichtig-
keit des Inserates schnell eingesehen und bedient sich deshalb
schon in ausgedehntem Maße dieses öffentlichen Anpreisungs-
mittels. Nach dem. Vorbild der englischen Blätter werden
zahlreiche Anzeigen gleich auf die erste Seite gedruckt.
Noch mehr wird in Japan von der aufstrebenden Ge-
schäftswelt der Inseratenteil der Zeitungen benutzt‘).
1) Siehe Berliner A., Japanische Reklame in der Tageszeitung, 1925.