Full text : Grundteilungsgesetz

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Preis zu hoch sei, . den die „Scholle“ gegeben habe,
ferner aber darauf, daß der Betrieb der „Scholle“ zu kostspielig
 sei und daß zu teure oder unzweckmäßige Gebäude
errichtet würden. Auch dafür habe er im vorigen Jahre
einige Fälle angeführt. Leider sei einer von den Fällen
schon durch Verlassen des Hofs zur Wirklichkeit geworden.
Er fürchte, die Fälle würden sich mehren. Zunächst seien
aber Freijahre, die Leute würden mit etwas Inventar
versehen, und die Folgen würden sich erst später herausstellen,
 wenn die Zinszahlungen erfolgten und vor allem
wenn einmal schlechtere Yeiten in der Landwirtschaft
kämen, als in den letzten Jahren gewesen seien.
Er müsse hierbei auf den Fall Schlanow bei Woldenberg
 hinweisen. Er höre zu seiner Freude, daß der Minister
in den nächsten Tagen dorthin fahren wolle. Das Gut
sei etwa 3 000 Morgen groß und sei gekauft worden
durchschnittlich für etwa 400 s mit Inventar. Die Leute
seien angesiedelt auf dem Hektar zu 2 400, auch 3 100 all,
also 700 bis 800 A pro Morgen. Das scheine vielleicht
manchem sehr viel; für die dortige Gegend sei es
ein ganz enormer Preis, der sich aber beinahe verdoppelte,
wenn man bedenke, daß Inventar und Gebäude hinzukämen.
 Man müsse bei kleineren Besitungen 200 bis
300 af pro Morgen auf das Inventar rechnen. Nun
stelle die „Eigene Scholle" zwar Inventar in Aussicht
und gebe es auch tatsächlich; aber das sei kein Inventar,
mit dem der Mann mit seinen Kräften den Acker sJachgemäß
 bestellen könne. Wie komme nun die Scholle
dazu, den Morgen Land mit 600 bis 800 asl zu
berechnen? Da müßten doch erhebliche Betriebsunkosten
sein. Er glaube nicht, daß ein Grundstückshändler, wenn
er Schlanow zerschlagen hätte, so teuer angesiedelt hätte.
Landwirtschaftlich gut brauchbarer Acker sei nur im Umfange
 von 800 Morgen vorhanden; 2 000 Morgen aber
seien nur leichter Boden. Der ganz leichte Boden werde
natürlich billiger verkauft, als oben vorher bemerkt. Redner
übergab dem Minister einige Aufzeichnungen über Schlanow,
die ihm zugeschickt seien, zur Prüfung. Für die Richtigkeit
 der einzelnen Angaben könne er nicht eintreten.
Es scheine ihm aber doch, daß hier eine ganz unverhältnismäßige
 Verteuerung der Besiedlung eingetreten sei.
Das Alpha und Omega bei einer Ansiedlung bleibe,
den Mann so anzusiedeln, daß er bestehen und vorwärts
kommen könne; sonst habe eine Ansiedlung gar keinen
Zweck. Es sei vielmehr ein Verbrechen. einen Mann anders
anzusiedeln.
Ferner werde nicht genug Vorsicht bei Versprechungen
und Zusicherungen geübt. Die „Eigene Scholle“ müsse
darauf hingewiesen werden, sehr vorssichtig mit dem Wort
zu sein. Er wolle damit gar keinen Vorwurf gegen die
„Scholle“ selbst erheben; man dürfe sich aber gar nicht dem
Odium aussetzen, daß es einen Pfennig teurer werde, als
man gesagt habe.
Redner stellte sodann dem Minister einen Vertrag
zur Verfügung, den er zunächst der Kommisssion vortrug.
Es handle sich um die Ansiedlung des früheren Schmieds
Neubauer in Hohenkarzig. Dieser Vertrag enthalte folgende
Bestimmungen:
t) Vohnhous | etwa s 000 f | Find vorhanden.
Nach Fertigstellung der Gebäude habe sich der Mann aber
einer Verpflichtung von 12 765 ell gegenüber gesehen,
die Gebäude seien also um die Hälfte teurer geworden.
Der Mann habe sich an die „Eigene Scholle“ gewandt
Sie habe im Februar geantwortet:
„Daß sich der Preis über den ursprünglich anqenommenen
 erhöht hat. ist der im wesentlichen
            
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