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Auch sie müssen im dritten Jahrhundert v. Chr. von der
Weichsel nach Bessarabien gezogen sein. Als Germanen erkannt
sind sie erst von den Römern in der ersten Kaiserzeit.
Dann folgen die Goten. Ermanarich, der sagenhafte König,
hatte im vierten Jahrhundert ein großes gotisches Reich gegründet,
das den größten Teil des heutigen westlichen und
südlichen Rußlands umfaßte, das aber nach seinem Tode
schnell zerfiel. Goten und Skythen sitzen hier zusammen,
die’ letzteren nun Alanen genannt, und vollführen ihre Raubzüge
nach Griechenland und Kleinasien im dritten nachchristlichen
Jahrhundert, die die damalige Kulturwelt in Schrecken
setzen. Von hier wandern sie zur Balkanhalbinsel, und dann
weiter nach Italien, Spanien und Afrika. Rex Wandalorum et
Alanorum heißt der König der zum gotischen Stamm gehörenden
Wandalen in Afrika, zum Beweis, eine wie enge Verbindung
diese Völker eingegangen waren. Auch die Hunnenstürme
gehen über diese Gegenden hin und unterwerfen Goten
und Alanen. Dann, im fünften Jahrhundert, wandern die Goten
meist aus: nur in der Krim bleibt ein Rest sitzen; noch im
neunten Jahrhundert finden wir bei ihnen die gotische Bibelübersetzung;
um 1475 werden sie von den Türken unterworfen,
erst im achtzehnten Jahrhundert stirbt ihre Sprache aus.
Vom sechsten Jahrhundert an treten die Slaven hier auf,
die schon im vierten Jahrhundert in Rumänien genannt werden.
Zuerst sind die Slaven erwähnt von den römischen Schriftstellern
um 100 n. Chr., wie von dem Naturforscher Plinius, von
Tacitus in seinem Buch über die Germanen. Sie sind nach ihrer
Sprache ein indogermanisches Volk. Hier werden sie Venedi genannt,
Wenden, wie sie bei ihren westlichen Nachbarn stets
heißen, wie noch heute, während die südeuropäischen Völker sie
unter dem Namen Slaven kennen. In dieser Zeit sitzen sie östlich
der Weichsel im östlichen Polen, südlich von Ostpreußen, nördlich
an der Dwina, nach Süden bis an die Karpathen, nach Osten
bis zum Dnjepr. In den Jahrhunderten der Völkerwanderung
machen sie nach allen Seiten Fortschritte. Vom sechsten Jahrhundert
an fallen sie fortgesetzt in die Balkanhalbinsel ein;