thumbs: Nationalökonomie (Teil 1)

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den allgemeinen Beobachtungen. Trotz der ausgedehnten Anwendung 
von Surrogaten, der Kohle gegenüber dem Brennholz, Stein und Eisen 
zum Ersatz des Bauholzes, sind auch in der neueren Zeit die Preise 
wenigstens für die meisten Holzarten nicht gesunken, sondern gestiegen. 
Bei den landwirtschaftlichen Produkten war die Preisentwickelung bei 
dem Rindfleisch am höchsten, die Butter blieb dagegen auffallender 
Weise noch hinter dem Getreide zurück; noch bedeutender stieg in den 
letzten 100 Jahren die Wolle, und hätte man die letzten 30 Jahre 
noch mit hinzuziehen können, so würde der Unterschied noch bedeu- 
tender gewesen sein, Dann folgen Leinwand und Ziegel. Am wenigsten 
gestiegen sind Papier, Schmiedeeisen und Seife, und auch da würden 
die letzten drei Dezennien den Unterschied noch in bedeutenderem 
Maße haben hervortreten lassen. 
Preise von 
Tloskau. 
Hamburger 
Preise. 
Preise des 
deutschen 
statistischen 
Reichsamtes 
1670 
A Kr. 
1770 
Ar. 
5 — 225 
) — 91 
1. österr. Metze Weizen 
Lo „ Roggen 
Li Pfd. Brot 
. »„ Rindfleisch 
. „ Butter 
L000 Ziegel 
| Pfd. Seife 
} Ries Kanzleipapier 
L Elle Leinwand 
| Ztr. Schmiedeeisen 
L „ Mittelwolle 
ı Klafter Brennhalz 
:ng 
i 1 
m 
m 
eu 
1870 
Kr. 
5 
480 
510 
70 
72 
"20 
70 
„50 
196 
258 
168 
340 
920900 
m 
C. 
6 90 — 
Für die neuere Zeit bieten uns die Preisangaben für den Ham- 
burger Engroshandel das beste Material, aus welchem in den folgenden 
beiden Tabellen zusammenfassende Uebersichten gegeben sind: 
(Siehe Tabellen S. 137 u. 188.) 
Vor allem lassen die Zahlen, namentlich der Tabelle IT den Unter- 
schied der Preisentwickelung des Getreides gegenüber den anderen 
Warengruppen erkennen. Im Vergleich zu dem Durchschnitt von 
1847—80 beginnt erst seit 1886 das erstere stärker zu sinken. Von 
1891—95 zeigen die vier Getreidearten das Verhältnis wie 100: 67, 
der Durchschnitt aller 6 Gruppen zu 71. Größer ist der Unterschied 
gegenüber dem arithmetischen Mittel von 163 Waren mit 88: und 
zwar sind die Zahlen für dieses Quinquennium fast dieselben, wie für 
1886—90. In den letzten Jahren, die uns vorliegen, hat sich gleich- 
falls das Verhältnis kaum verändert, nur daß der Preisrückgang ein 
allgemeiner war. Getreide 59,3, die 6 Gruppen 62,3, die 163 Waren 
81,7. Das Jahr 1899 zeigt zum ersten Male wieder eine kleine Preis- 
steigerung, die sich in den nächsten Jahren sicher noch fortsetzen wird. 
Wir haben es hier mit Rohmaterialien und Engrospreisen zu thun, für 
welche bisher die Produktionsbedingungen sich mehr und mehr ver- 
billigt hatten. Durch den gewaltigen Aufschwung von Handel und 
Industrie in allen Kulturländern ist die Nachfrage nach denselben in 
bedeutendem Maße gestiegen, welche die Preise in die Höhe treiben 
mußte. Den Beleg dafür bietet die Tabelle III, welche die Zahlen 
der offiziellen deutschen Statistik wiedergiebt. Gegenüber den Durch- 
schnittspreisen aller herangezogenen Artikel von 1879—89 = 100 
waren die Verhältniszahlen von 1889/93 : 91,5; 1894/98: 83,4; 1897: 82,6 ; 
1898 : 84,0: 1899 aber: 99,6; 1900 : 99,21; 1991 : 93.13.
	        
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