wir keine grundlegende Reform erlangen könnten, die
den Zinseszins an der Wurzel packte, sei jede derartige
Scheinreform nichts als ein füllen von bodenlosen
Fässern:
„Die Bodenspekulation, die Wohnung-Verteuerung, die
Bauhandwerkerfrage sind mir alles Nebendinge, das anwachsen
der Riesenvermögen, das falsche Kapital, sind mir alles."
Er erklärte, er würde zehnmal eher für die Aufhebung
des Erbrechts eintreten, als für Bodenreformen wie die
in Berlin besprochenen oder wie neue Bauordnungen
u. s. w.%*)
wischen dieser Auffassung und meiner gab es keine
+49. tt Andere Vorkommnisse hatten schon vor-
her dazu beigetragen, uns zu entfremden. Der von ihm
und Dr. Arons betriebene Ausschluß eines konservativen
Agrariers namens Bolz hatte mich sehr verletzt. Dieser
hatte sich uns wegen unseres auftretens gegen die zuneh-
mende Versschuldung der Grundbesitzer angeschlossen, hatte
aber über die ländliche Grundrente ähnliche Ansichten
geäußert wie v. Helldorf-Baumersrode auf Seite 74 dieses
Buches.
Dann hatten die badischen Behörden eine Beschlag-
nahme des Vermögens Flürscheims wegen Streitigkei-
ten über Steuern verfügt. Die Beschlagnahme ist wieder
aufgehoben worden. Sie ist aber durch alle Zeitungen
gegangen. Nicht minder hatte uns sein ärgerlicher Pro-
zeß mit Dr. Stamm und W. A. Securius geschadet, der
mit einer Verurteilung aller beteiligten wegen Beleidi-
gung geendet hatte.
In diesen Prozeß war auch der ehemalige Vorsitzende
des Bundes Dr. Heinrich Wehberg verwickelt worden.
Wehberg war nach seiner Trennung von uns in den
Vorstand des Allwohlbundes eingetreten und soll einen
T H zäitfchrift Frei Land 1892 Nr. 31.
900)