wertige maritime Leistungen zutage gefördert habe und deshalb
durch die Landadmiralitäten zu ersetzen sei; bevor das nicht ge-
schehen, wollte sich das im übrigen schwedenfeindliche Amsterdam
auf die Bewilligung der Kosten nicht einlassen!). Erst nachdem
Amsterdam kurzerhand die Erhebung des Last- und Veilgeldes bei
sich aufgehoben hatte, einigte man sich über die Ausrüstung; sie
geschah aber vorsichtigerweise nicht offiziell seitens der Republik,
sondern unter dem Schein eines privaten Unternehmens; auf diese
Weise wurden die widerstrebenden, dem Seehandel fernstehenden
Provinzen von außerordentlichen Beisteuern für die Ausrüstung be-
freit. Auch weiterhin ließ sich Holland unter Amsterdams Leitung
nicht durch die Bedenken der anderen Provinzen von dem Ziel,
dem Schutz des Ostseehandels, ablenken. Man kannte überdies in
den kaufmännischen Kreisen Amsterdams den schlechten Stand der
schwedischen Finanzen. Trotzdem gelang es Amsterdam nicht, die
Generalstaaten und Johan de Witt zu. entschiedenem Vor-
gehen zu bestimmen, als K arl X. nun Polen offen angriff, den
Zoll in Riga erhöhte und auch vor Danzig einen Zoll zu erheben
sich anschickte?). Das alles erregte zwar erhebliche Unruhe in den
niederländischen Seestädten; man wünschte, daß der Kurfürst Herr
der preußischen Häfen bleibe; das einzige aber, was geschah, war
die Ratifikation des Vertrages mit Brandenburg am 28. Oktober 1655,
also ein Federzug. Schon etwas mehr bedeutete es, daß nun auf
Hollands Drängen im November der Kurfürst die ersten Subsidien-
gelder erhielt?). In den niederländischen Regierungskreisen war
man sich ja völlig klar darüber, daß es sich um die Integrität Branden-
burgs handelte und daß ein Bündnis des letzteren mit Schweden
auf alle Fälle verhütet werden müßte, damit nicht die preußischen
Häfen auch in schwedische Hände fielen, was für die niederländischen
Handelsinteressen höchst nachteilig sein mußte. Trotzdem feilschte
man mit dem dringend um Unterstützung bittenden Kurfürsten in
der Hoffnung, durch von ihm zu machende Zugeständnisse festen
Fuß in den preußischen Häfen zu fassen. Man bewilligte ihm wohl
die erbetenen 200 000 Rthlr., aber außer den Zinsen von 6!/,%
forderte Holland als Unterpfand nicht allein den Ertrag des Pillauer
ı) Kolkert,S. ı59 If:
2 Kolkert,; S. 176.
3) Kolkert, 8.213.
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