BETT
ist es möglich, immer mehr Gegenstände des allgemeinen Unterhaltes
in den Verkehr zu ziehen. Das war allerdings. schon im alten Rom
der Fall, wo sich ein ausgedehnter Getreidehandel, namentlich mit
Sizilien, entwickelt hatte. Am weitgehendsten ausgebildet ist dieses in
England, welches an dem Brotgetreide in manchen Jahren über die
Hälfte und auch an den übrigen Lebensmitteln, wie Butter, Kier, aber
auch Fleisch fortdauernd einen sehr bedeutenden Prozentsatz vom Auslande
bezieht.
In der gleichen Weise beginnt der Verkehr mit dem Detailhandel
und bildet sich erst allmählich auf Grund einer hoch entwickelten
Industrie zum Grosshandel aus.
Die Durchführung des Handelsbetriebes hat im Laufe der Zeit
gewaltige Wandlungen erfahren. Ursprünglich begleitet der Kaufmann
seine Ware selbst. Er betreibt einen Wanderhandel, d. h. er zieht mit
einem Lager von Waren zu Schiff oder zu Wagen von Ort zu Ort.
Dies entwickelt sich allmählich zu dem grossen See- und Karawanenhandel.
In der neueren Zeit hat sich dieses mehr und mehr umgestaltet,
indem die modernen Hilfsmittel, die Sicherung, Beschleunigung und
Verbilligung des Transportes es dem Kaufmann ermöglichen, ohne seinen
Sitz zu verlassen, von seinem Bureau aus die Waren aus den verschiedensten
Gegenden heran zu dirigieren und sie nach allen Richtungen
hin wieder zu verteilen. Er braucht nur ein geringes Lager
zu halten, der Verkauf wie der Ankauf vollziehen sich immer allgemeiner
auf Grund von Proben und Mustern. Der Handel wird dadurch
in immer höherem Masse zum Spekulationshandel und konzentriert
sich für gleichartige, daher leicht vertretbare, wie der technische
Ausdruck lautet, fungible Gegenstände an den Börsen.
Eine weitere Modifikation, die sich vor allem bei uns in Deutschland
zeigt, liegt in der zunehmenden Ausschliessung des Engroszwischenhandels
in dem Binnenverkehr, der, wie schon an anderer Stelle angedeutet,
durch Handlungsreisende ersetzt wird, welche unmittelbar
zwischen Produzenten und Detailhändler resp. Fabrikanten, Handwerkern
und selbst Konsumenten Beziehungen anzuknüpfen suchen. Der Vorteil
dieses Verfahrens liegt darin, den Profit des Zwischenhandels zum
grossen Teile dem Produzenten zugänglich zu machen. Auf der anderen
Seite ist die grosse Gefahr damit verbunden, mit der Produktion ein
grösseres Risiko zu verknüpfen, zumal die grosse Konkurrenz zu einer
übermässigen Kreditgewährung geführt hat. Um ein Beispiel herauszugreifen:
der englische Kattundrucker legt seine Muster einzelnen
Grosshändlern vor, welche darauf Bestellungen machen. Zum grössten
Teile liefern sie auch die Zeuge, welche zu bedrucken sind und erhalten
sie im fertig gefärbten Zustande wieder zurück. Der Fabrikant
arbeitet nur auf Bestellung so lange und so weit ihm solche vorliegen.
In Deutschland haben viele Kattundruckereien dagegen ihre
Reisenden, soweit sie für das Inland, zum Teil auch für das Ausland
arbeiten, die mit ihren Mustern in den Städten die Detaillisten besuchen
and gleichfalls ihre Bestellungen in Empfang nehmen, die natürlich erst
allmählich und in kleinen Posten einlaufen. Es erschwert dies die
Kontinuität der Arbeit, die deshalb auch auf eigenes Risiko des Fabrikanten
ausgedehnt wird, also durch Arbeiten auf Vorrat in kleineren
und grösseren Posten. Er kanft die Zeuge in der Hauptsache selbst
Verdrängung
les Engros-Zwischen-