Der Freiheitskampf des chinesischen Volkes.
Rede des Delegierten des Zentral-Exekutiv-Komitees der Kuomintang
Liau Hansin (China).
in Namen des Zentral-Exekutivkomitees der Kuomintang habe ich dem
ersten Kongreß der Liga gegen Imperialismus und koloniale Unterdrückung
die herzlichsten und brüderlichsten Grüße zu überbringen.
Unser großer Parteiführer Sun Yat Sen hat schon zu seinen Lebzeiten
betont, daß wir, das unterdrückte chinesische Volk, unter dem heutigen
kapitalistischen System mit den unterdrückten Klassen der Westländer und
den unterdrückten Völkern der ganzen Welt gemeinsam gegen unsere Bedrücker,
die Imperialisten, vorgehen müssen. Auf unserem zweiten Parteitag,
im Januar 1926, wurde auch ein dahingehender konkreter Beschluß ge-Faßt.
Mit dem größten Interesse hat unsere Partei, unsere Regierung und
unser ganzes Volk jetzt die Einberufung dieses internationalen Kongresses
hier in Brüssel begrüßt. Wir hoffen, daß hier eine geschlossene Kampffront
aller Unterdrückten 8°gCN unsere gemeinsamen Feinde, die Imperialisten,
geschaffen werden wird.
Das Verhältnis zwischen uns, den unterdrückten Klassen und den unterdrückten
Völkern einerseits und den Imperialisten andererseits ist heute bereits
so zugespitzt, daß diese keine Mittel ungenützt lassen, um gegen uns
vorzugehen. Um mehr Kräfte zu gewinnen, haben die Imperialisten das im
Weltkriege besiegte und sich in letzter Zeit wieder imperialistisch entwickelnde
Deutschland in ihr sogenanntes Friedensinstitut, den Völkerbund,
mit aufgenommen. Sie haben eine Einheitsfront gegen die Unterdrückten
geschaffen. Mit ihrer regen Propaganda für einen Pan-Asien-, Pan-Europaund
Pan-Amerika-Völkerbund versuchen sie die Befreiungsbewegungen der
unterdrückten Völker und die internationale Einheitsfront der Arbeiterbewegung
zu zerschlagen.
Die Kolonien sind für die Imperialisten billige Rohstoffquellen und gute
Absatzmärkte. Die Kolonialsklaven sind gleichzeitig die billigsten Arbeitskräfte,
die es gibt. Aus ihnen holen die Imperialisten ungeheure Extraprofite
IL.
DM