Object: Leben und Lehre des Buddha

Buddhismus und Christentum. 
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mus zu sein. Atheismus und Pessimismus sind die Schlagworte, 
mit denen man glaubt, ihn charakterisieren zu können. Zur Zeit 
Schopenhauers war von dem alten Buddhismus so gut wie noch 
nichts bekannt. 
In der buddhistischen Kirche stehen sich zwei Richtungen gegen 
über, die in mancher Beziehung als Katholizismus und Pro 
testantismus bezeichnet werden können. Schon frühzeitig hat sich 
der Buddhismus in viele Sekten gespalten. Buddha selbst hatte 
bereits mit Uneinigkeit in der Gemeinde zu kämpfen, und es ist 
in erster Linie solchen Zwistigkeiten zuzuschreiben, daß der Bud 
dhismus so schnell in Indien in Verfall geriet. Einzelne Sekten 
stellten einen eigenen Kanon der heiligen Schriften in verschie 
denen Sprachen zusammen. Der Überlieferung nach, an der zu 
zweifeln kein Grund vorliegt, schlug unmittelbar nach dem Tode 
des Buddha Käsyapa, einer der hervorragendsten Jünger Bud 
dhas, den in Lnsinagara versammelten Mönchen vor, einen 
Kanon des Gesetzes (dharma) und der Disziplin (vinaya) zu 
sammenzustellen. Das geschah auf dem Konzile zu Rajagpha, 
der alten Hauptstadt des Reiches Magadha, dem heutigen Tir- 
hut, im östlichen Indien, dem Heimatlande des Buddha. Diese 
erste Redaktion des buddhistischen Kanons war ohne Zweifel in 
der Sprache des Landes Nagadlla, der Magadhi, abgefaßt, in 
der Buddha selbst gepredigt haben wird. Ihr ältestes Denkmal 
ist die Inschrift auf dem Reliquienbehälter, der sich in Buddhas 
Grabe gefunden hat und eine Stiftung der Familie Buddhas war. 
Die Wahl gerade dieses Dialektes für eine Familienstiftung be 
weist, daß er der Heimatsdialekt Buddhas war. Daraus erklärt 
es sich auch, daß die Buddhisten die Magadhi als die Grund 
sprache ansehen, in der die Menschen des ersten Weltalters, Brah 
manen, die vorher keine andere Sprache gehört, und auch die 
Buddhas geredet haben. Von diesem alten Mägadhi-Kanon sind 
uns nur die Namen einzelner Teile in dem Edikte von Lairät er 
halten, das der große buddhistische König L.soüa Lriyadarsia 
im 3. Jahrhundert vor Chr. hat eingraben lassen, außerdem 
einige Spuren in dem uns bis jetzt allein vollständig bekannten 
Kanon der sogenannten südlichen Buddhisten. 
Es ist üblich, zwischen südlichen und nördlichen Buddhisten zu 
scheiden. Unter südlichen versteht man die Buddhisten in Ceylon 
und Hinterindien, namentlich Siam, Birma, Annam, Kambodscha, 
unter nördlichen die Buddhisten in China, Japan, Korea, Tibet,
	        
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