unter der Begründung, daß eine solche Vertretung namentlich in
Kriegszeiten sehr nützlich sein könne‘).
Sehr schlechte Erfahrungen machte der niederländische Geld-
markt mit spanischen Anleihen. Bereits 1667 hatte die
Republik Spanien eine Anleihe von 2 Mill. fl. bewilligt?). Später
waren es deren von 1779—1807 vier im Gesamtbetrage von rund
44% Mill. fl., von denen allein 30 Mill. auf Hope fielen?). Die
Zinszahlung für diese Anleihen hat infolge der inneren Wirren und
schlechten wirtschaftlichen Zustände Spaniens sehr oft gestockt, und
am Ende sind diese Anleihen den Gläubigern, die meist Holländer
und Engländer waren, teuer zu stehen gekommen.
Um jene Zeit floß holländisches Kapital auch nach Nord-
amerika. Das war zunächst nicht leicht. Der Amerikaner
Adams hat zwei Jahre in Holland warten müssen, bevor es ihm
gelang, die dortigen Geldgeber zu einer Anleihe zu bewegen. Es
war um so schwerer, als zunächst Frankreich sich darum bemühte
und den Amerikanern im Wege stand*). Erst im Frühjahr 1782,
nach der erfolgten Anerkennung durch die Generalstaaten, kam
die Anleihe mit einigen holländischen Bankhäusern zustande; sie
betrug 5 Mill. fl. zu 5%®°). Die bald darauf folgenden, in Amster-
dam abgeschlossenen amerikanischen Anleihen wurden meist durch
das Haus W. & J. Willink, z. T. auch durch D. Cromme-
lin & Soonen und andere vermittelt®).
Die vorstehend Sskizzierten Geldoperationen wären nicht
möglich gewesen, wenn nicht dem niederländischen Geld-
markt eine bankmäßige Organisation zuteil ge-
worden wäre und nicht ferner eine Börse bestanden hätte, die
den Geldgeschäften ihren natürlichen, durch Angebot und Nach-
1] Elias, Vroedschap, S. 985; Hogguer war mit dem Hause Fizeaux
in enger Verbindung (Elias, S. 1057).
2 Elizinga, S. 237€.
2) Alting Bösken DS. 79ff.; nach Elias; (Vroedschap, S. 1060,
hat Hope von 1796—1807 drei Anleihen zu 5% % von zusammen 70 Mill. fl.
für Spanien abgeschlossen.
*) Die 1781 in Holland aufgenommene Anleihe von ıo Mill. Fr. für Amerika
lief für französische Rechnung (Oberleitner, S. 43).
5) van Wijk, S. 66.
6) L. van Nierop, De 100 hoogst aangeslag. te Amsterdam, S. 17, 66 f.
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