gedauert zu haben scheint!). Während der Kriegszeiten der zweiten
Hälfte des 17. Jahrhunderts haben zwischen Emden und Holland
Emdener und holländische Kriegsschiffe diesen Verkehr geschützt?).
Neben dem Rhein, der Elbe, der Weser kamen die deutschen
Gestade der Ostsee für den niederländischen
Handelsverkehr in Betracht; hier lag, wie schon bemerkt
wurde, für Jahrhunderte die Grundlage des hol:
ländischen Seeverkehrs, der sich freilich auf die Ostsee
in ihrer ganzen Ausdehnung erstreckte. Insbesondere dem
Getreidehandel Amsterdams wurden diese Gebiete
eine unerschöpfliche Quelle®). In der Mitte des 16. Jahrhunderts
wurde Amsterdam der Mittelpunkt des Zwischenhandels
mit Getreide zwischen Nord- und Südeuropa. Überall an der Ostsee
kauften die Niederländer das Getreide an; ein Verfahren, das von
diesen Ländern nicht immer widerspruchslos betrachtet wurde.
Danzigiund Hamburg-wurden: für die Nieder-Jande
die Hauptausfuhrplätze, Danzig als Ausfuhrhafen
von Polen, Hamburg als solcher für die mittelelbischen Getreidegebiete,
zeitweise auch Emden. Bei den Notierungen an der
Amsterdamer Getreidebörse unterschied man polnisches und preußisches,
auch Danziger Getreide*). In Jahren der Mißernte, in Kriegszeiten
fehlte es nicht an Ausfuhrverboten. Von solchen Ereignissen
waren die Kornpreise in Amsterdam, wo schon seit 1617 eine Kornbörse
bestand, abhängig, ebenso die Stärke der holländischen
Ostseeschiffahrt. Sie blühte trotz der englischen Navigationsakte;
selbst die Schwierigkeiten, die der schwedische Imperialismus der
niederländischen Ostseefahrt bereitete, konnte diese ernsthaft nicht
schädigen. Erst im 18. Jahrhundert verschob sich der Getreideexport
mehr nach Osten, nach den russischen Ostseehäfen.
Sehr wesentlich war natürlich für den niederländischen Handel
3) Baasch,-Seeschiffbau; S. 73.
*) Baasch, Hamburgs Convoyschiffahrt, S. 396 f.
) Naude, Getreidehandelspolitik, I, S. 329 ff.; vgl. oben S. 272.
*) Vgl. Mr. D., Over de aloude vryheid etc., S. 175, die Amsterdamer Getreidepreise,
1646—1777; S. 174 die Preise in Deventer 1701—1834. Auffallend ist,
daß der von Brugmans, Handel en nijverheid, S. 174, mitgeteilte Amsterdamer
Kurszettel von 1674 keine Getreidenotierungen enthält; wahrscheinlich bestanden
für diese besondere Notierungen an der Kornbörse. Über die Utrechter Getreidepreise
1393—1644, vgl. Sillem ‚ Tabellen.
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