rn
Kapitals das zuließen. Die Provinz Holland war nur noch ein
eil des Ganzen; der wirtschaftliche Schwerpunkt
verschob _sichYnach den inneren Provinzen,
in denen die Landwirtschaft überwog. Damit verbunden war
natürlich ein Wechsel in der Wirtschaftspolitik, ‚die,
soweit sie überhaupt wirksam war, völlig ins protekti 0-
nistische Fahrwasser zugunsten von, Land-
irtschaft und Industrie einlenkte .Amster-
dam ratur längere Zeit seine tührende
Rolle an Hambur g ab?!); völlig hat jenes niemals die alte
Stellung zurückgewinnen können. Die kleinen Seestädte aber, die
chon im Laufe des 18. Jahrhunderts mehr und mehr an Bedeu-
tung eingebüßt hatten, wie Hoorn und Enkhuizen, ver-
ijelen nun gänzlich; nur Harlingen hielt sich noch durch
seinen blühenden Butter- und Käsehandel?).
Infolge der starken Behinderung der holländischen Seefahrt
nahm der Rheinverkehr zunächst einen Aufschwung. Die
Duisburger Bört stand 1794—1797 in ihrer höchsten Blüte, als
durch die Rheinsperre aufwärts von Mainz der Schiffahrt auf dem
ijederrhein große Gütermassen zuflossen; die Börtfahrt ging da-
mals bis Arnhem oder Wageningen, wo dann die Umladung in
holländische Schiffe zum Weitertransport nach Amsterdam, Dord-
echt und Rotterdam erfolgte; dieser Betrieb war ‚„„postmäßig“‘‘ auf-
gezogen. Gegenüber der direkten Fahrt der Unterschiffer nach
Amsterdam auf der ‚Vaart‘ und auf der Vecht nach Utrecht,
deren Schiffe nur 30—60 Last laden durften, besaß die Arnhemer
Fahrt den Vorzug, daß hier Schiffe bis 140 Last verkehren konnten.
Der große Güterandrang Ende des Jahrhunderts führte zur Errich-
tung mehrerer neuer Börtfahrten; so wurde 1797 eine solche von
Amsterdam nach Mülheim eingerichtet; 1798 begann eine neue
Düsseldorf-Dordrechter Bört, die sich, allen Gegenbemühungen
Duisburgs zum Trotz, behauptete; selbst eine direkte Verbindun
it Amsterdam stellte Düsseldorf her’).
*) Büsch, Geschichtl. Beurteilung, S. 278 ff. Im Jahre 1785 waren durch
Texel und Vlie 2802 Schiffe gefahren; 1794: 2479; 1797: 220; vgl. Meteler-
6 ‚ I, ı22f.; Colenbrander, Gedenkstukken, II, 465, Anm.
2) Vgl. Niebuhr, Circularbriefe, S. 187, ı91 f., 108 ff.
3) Averdunk, S/ıo If. 110,124.
On
EM