der ganzen eingeführten Waren hat ihren Ursprung in über
seeischen Ländern. Es ist deshalb ohne weiteres klar, daß das
Wohl und Wehe unseres Handels von der glatten Abwickelung
dieser transatlantischen Verkehrsbeziehungen in höchstem Maße
abhängig ist und daß wir uns diese Quellen nicht verstopfen oder
abgraben lassen dürfen. Leider haben die letzten Jahrzehnte
hierin schon einen unliebsamen Wandel gebracht.
Lehmann-Felskowski (Bremen und die Entwicklung der
bremischen Häfen. Sonderabdruck aus »Deutschlands Häfen und
Wasserstraßen«, Berlin, 1905; S. 9) berichten: »Von der Gesamt
einfuhr Hamburgs im Jahre 1887 von 3920000 Registertons
kamen 2815498 Registertons auf die europäische Fahrt und
1104736 Registertons auf die außereuropäische Fahrt. In
Bremen dagegen entfielen von der Gesamteinfuhr von 1 445 000
Registertons 509 334 Registertons auf die europäische Fahrt
und 935 349 Registertons auf die außereuropäische Fahrt.« Da
mals also verhielt sich der transatlantische Verkehr Hamburgs
zur europäischen Fahrt etwa wie 1 :2 1 / 2 , und bei Bremen war
das Verhältnis umgekehrt, etwa 2 :1. Auch die Handelskammer
erwähnt einmal (Bericht für 1882, Anhang [Gutachten über die
Weserkorrektion] S. 5): »Die Wareneinfuhr seewärts von europäi
schen Plätzen bezifferte sich im Durchschnitt der Jahre 1877 —1881
in Hamburg auf 73, in Bremen auf 33% des Gesamtverkehrs. —
Die transatlantische Einfuhr repräsentierte im gleichen Jahres
durchschnitt in Hamburg 12,4 und in Bremen 13,1 Millionen
Zentner.« Jetzt ist eine Verschiebung dahin eingetreten, daß Ham
burg im überseeischen Verkehr Bremen seit 1887, wo es noch
auf annähernd gleicher Stufe mit ihm stand, weit hinter sich
zurückgelassen hat.
Die Einfuhr Bremens aus dem Deutschen Reiche seit
1869 weist eine stetig aufsteigende Linie auf. Das relative Ver
hältnis zur Gesamteinfuhr hat sich während dieses Zeitraumes
etwas verschlechtert, doch ist das kein schlechtes Zeichen, sondern
liegt darin begründet, daß Bremen mehr zu einem internationalen
Handelsplatz geworden ist.
A.uch die Einfuhr aus dem außerdeutschen Europa ist
verhältnismäßig hinter derjenigen von Übersee zurückgeblieben.
Sie weist naturgemäß stärkere Schwankungen auf. Den relativen
Höhepunkt erreicht sie i. J. 1875 mit 25,8%, den tiefsten Stand
i. J. 1908 mit nur 11,6%- Der absolute Höhepunkt der Periode
vor 1888 fällt mit 128V2 Millionen Mk. in das Jahr 1873. Erst