34
ltd)feit die nothwendige Folge einer solchen Freiheit wäre und
beides zum Untergange des Staates führen müßte. Letzterer ist
also schon im eigensten Interesse' gezwungen, die Ehe und Familie
zu schützen.
Weit genug ist es ohnehin infolge der Aufwiegelungen der
Soeialdemokraten schon mit den Ansichten der Arbeiterbevölkerung
über Ehe und Familie gekommen; man hat gar nicht nöthig, den
Zukunftsstaat abzuwarten, um auf diesem Gebiete Erfahrungen zu
sammeln, die sich dem Beobachter allenthalben aufdrängen. Alle
hochgestellten Völker haben die eheliche und geschlechtliche Reinheit
streng gehütet; überall, wo aber eine Lockerung der Sitten eintrat,
folgte die Zerrüttung der Gesellschaft auf dem Fuße. Athen,
Korinth, Rom gingen an Sittenlosigkeit zu Grunde. Wenn bei
uns keine Mittel gefunden werden, um dem Niedergang der Moral
Einhalt zu thun oder mit anderen Worten den Soeialdemokraten
die Verwirklichung ihres gepriesenen Musterstaates der Zukunft
gründlich zu verleiden, werden sich die Geschicke noch viel rascher
erfüllen , als vor zweitausend Jahren in Rom und Griechenland.
Die Familie bildet das Fundament eines jeden Staates; das
Schicksal des letzteren hängt zum großen Theile von der Beschaffen
heit und der Zukunft der ersteren ab, Wie steht es damit schon
jetzt bei uns? Man braucht nicht Le Sagö's „hinkender Teufel"
zu sein, um sich ein zutreffendes Bild von dem Stande des ,Familien
lebens in den Volksschichten der ärmeren Klassen zu machen. Wir
unterlassen es, als zu weit führend, hier eine Schilderung dieses
Zustandes zu geben, betonen aber wiederholt die Nothwendigkeit der
Hebung der Moral in allen Kreisen, namentlich der Eheheilig
haltung. Durch die Anweisung der niederen Stellung, welche btc
Socialisten der Ehe, dem Familienleben in ihrem Zukunftsstaate
einräumen, zeigen diese Pseudoweltweisen mehr als durch alles
Andere, daß sie vom Wesen eines Staates nicht den geringsten
Begriff haben.