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Sperrung vorgesehen waren, auf Vorschlag der Vorstände der be
treffenden Kreise Kommissionäre ernannt, in ein festes Vertrags-
Verhältnis gebracht, genau über ihre Aufgaben und Befugnisse
belehrt und mit dem nötigen Rüstzeug ausgestattet worden. Die
bevorstehende Absahregelung für Weißkohl beschleunigte hier nur
das Vorgehen der Reichsstelle, die schon seit einiger Zeit die Not
wendigkeit erkannt hatte, sich allenthalben örtliche Ver
treter zu sichern, denen sie schnell besondere Aufträge zur Durch
führung übertragen konnte. Das K o m m i s s i o n ä r w e s e n
sollte ursprünglich weiter ausgebaut und über das ganze Reichs
gebiet ausgedehnt werden. Allein sehr bald erkannte man, daß
auch diese Einrichtung nicht ausreichen würde, wenn, wie kaum
zu vermeiden, einschneidendere Maßnahmen ergriffen werden
mußten. Einerseits waren die Kommissionäre schwer zu über
wachen, sie hatten keine eigenen Geldmittel zur Durchführung
etwaiger Kaufaufträge, vor allem aber fehlte es an einer behörd
lichen Stelle, deren sich die Reichsstelle bedienen konnte.
Diese Mängel erkannte der neue Leiter der Reichsstelle bei
seinem Amtsantritt im Dezember 1916 alsbald, und auf seine
Veranlassung erging vom Kriegsernährungsaint ein dringliches
Rundschreiben an alle Bundesregierungen, in dem um Einrichtung
besonderer Land es st eilen für Gemüs e und Ob st ersucht
wurde. Dem Ersuchen wurde allenthalben nach Überwindung
einiger Schwierigkeiten entsprochen. In den größeren Bundes
staaten wurden auch noch Unterstellen geschaffen, so in Preußen die
Provinzial-oderBezirks stellen bei den Oberpräsidien
oder Regierungen und die K r e i s st e l l e n.
Diese Stellen haben im allgemeinen segensreich gewirkt, ohne
sie wäre die Durchführung der später zu besprechenden, not-
wendigerweise verwickelten Bewirtschaftungsart der Reichsstelle
unmöglich gewesen. Sie allein sind in der Lage, in ständiger
Fühlungnahme mit der Hauptstelle, deren Absichten kennend, da
bei aber den örtlichen Verhältnissen nahestehend, die beschlossenen
Maßnahmen so durchzuführen, wie es zum Besten des allgemeinen
Ganzen und dabei unter möglichster Berücksichtigung der örtlichen
Bedürfnisse und Eigentümlichkeiten erforderlich ist. Den Ver
suchen einzelner Stellen in den Überschußgebieten, den Vorteil
ihres engeren Wirkungskreises zu lebhaft wahrzunehmen, konnte
unschwer entgegengetreten werden.
Ein großer Übelstand hatte bisher darin bestanden, daß
Heeres- und Marine-Bedarfs st eilen bzw. deren
Aufkäufer, durch die unbedingte Notwendigkeit der Sicherstellung
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