Der Freiheitskampf Ägyptens und der arabischen Völker.
Das syrische Volk weiß aus Erfahrung, daß der französische Imperia-
lismus folgende Ziele verfolgt:
1. Die geographische Einheit Syriens zu zerreißen;
2. unsere politische Einheit zu vernichten;
3. seine eigenen kommerziellen Ziele zu verfolgen und in Konkurrenz
zu der einheimischen Handarbeit eine ausländische bei uns einzu-
führen. Ferner tiefe Spaltungen hervorzurufen durch Schaffung gegen-
sätzlicher religiöser Gruppen, die die nationale Einheit des syrischen
Volkes zerreißen sollen.
Um die Syrier in ihrem eigenen Lande zu Fremden zu machen und nach
Belieben genügend Elemente zur Unterdrückung bereit zu haben, hat Frank-
reich den Armeniern Syrien erschlossen. Während der französische Imperia-
lismus die Vernichtung derer betreibt, die die Unabhängigkeit fordern, in-
stalliert er diese fremden, parasitären Elemente, die ihm Hilfsdienste
leisten sollen.
Das Bombardement von Damaskus ist und wird noch für lange Zeit das
schmerzlichste Ereignis sein in dem Kampfe, den das heroische Syrien ge-
liefert hat. Während 60 Stunden fielen Granaten und Brandbomben in die
Stadt. Man zielte auf die Moscheen, die Kirchen, die Asyle, die Schulen, die
Museen und die Handelsgebäude. Wohnhäuser stürzten über ihren fried-
lichen Einwohnern zusammen.
Die Tanks fuhren durch die Stadt. In Häusern, die durch Brandbomben
entzündet waren, schloß man die Familien ein. Frauen wurden zu grausam
mißbrauchten Opfern. Man vergewaltigte und mordete sie. 115 Kinder
unter 5 Jahren wurden getötet.
Um die Beendigung des Bombardements zu erreichen, mußte die Stadt
einen Tribut von 100000 Pfund Sterling in Gold zahlen und 5000 Ge-
wehre abliefern.
70 Dörfer, die bis heute noch nicht wieder aufgerichtet sind, wurden
in der Umgegend von Damaskus vollständig zerstört. 25000 Frauen,
Greise und Kinder sind heute noch ohne Obdach und fallen dem Elend und
der Hungersnot zum Opfer. Angesichts dieser fürchterlichen Grausamkeiten
und der Profanierung, deren Opfer die historische Stadt Damaskus wurde,
ist das syrische Volk fest entschlossen, den Kampf ohne nachzugeben zu
Ende zu führen.
Die Entrüstung, welche das Bombardement von Damaskus in der ganzen
Welt hervorgerufen hat, läßt es zu einem Wahrzeichen werden und zeigt,
wohin der Mißbrauch der materiellen brutalen Gewalt führen kann.
Aber ohne jemals das zu vergessen, was gewesen ist, haben wir doch den
festen Glauben, daß der Tag nahe ist, an dem die geopferten Völker das
Morgenrot der Befreiung sehen werden. Darum bin ich glücklich, diesem
Kongreß den rückhaltlosen Anschluß und die wirksame Mitarbeit des sy-
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