Der Kampf Afrikas um seine Befreiung.
ı5 Jahre in nichts als Unterdrückung. Wir alle erinnern uns wohl
der vielen Schlachten, die die südafrikanischen Arbeiter gegen die
Engländer ausgefochten haben, besonders jener aus dem Jahre 1907, wo
der erste große Bergarbeiterstreik durchgekämpft wurde; an den großen
Kampf von 1913, wo man Arbeiter niederschoß und neun unserer Kameraden
nach England deportierte. Dann folgte der größte Streik, der je in
der Geschichte Südafrikas stattgefunden hat, der von 1922. Da die weiße
Bevölkerung weniger als 2 Millionen beträgt, glaube ich mit Recht sagen zu
können, daß dieser Streik einer der größten Kämpfe war, den eine Arbeiterklasse
je in irgendeinem Lande der Welt gewagt hat.
Stellt Euch vor, daß 20000 Arbeiter in den Goldfeldern streikten,
infolge der ausgesprochenen Politik der Bergwerkskammer, die die
Löhne der Arbeiter senkte und erklärte, daß sie nur 2000 überflüssige
Arbeiter entlassen wolle. Die Verhältnisse waren bereits so schlecht, daß
es ganz unmöglich wurde, die neuen Bedingungen anzunehmen. Das
Resultat war ein Streik von drei Monaten. Viele unserer Kameraden
wurden niedergeschossen. Es gelang uns, einen großen Kampf gegen
die Regierungskräfte zu entfesseln, und die Regierung schickte Tausende
von Soldaten mit Kanonen, Tanks und Flugzeugen nach Witwaters Rand,
um die Arbeiter niederzuschießen. In einem fünftägigen Kampf gegen
die Regierungskräfte wurden wir geschlagen und 2000 von uns wurden
verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Tribunale, die aus drei Richtern bestanden,
wurden von der Regierung eingesetzt, um uns den Prozeß zu
machen, und nach ungefähr sechs Monaten teilten die Richter der Regierung
mit, daß es nutzlos wäre, die Anträge noch weiter zu schreiben, weil es wahrscheinlich
zwei oder drei Jahre dauern würde, bevor sie alle Fälle behandeln
könnten. Viele von uns wurden jedoch zu Gefängnisstrafen verurteilt und
manche zum Tode. Vier unserer Genossen wurden gehängt. Viele wurden
für lange Zeit ins Gefängnis gesteckt und erst bei dem Besuch des Prinzen
von Wales in Südafrika wieder freigelassen.
Die Macht des Imperialismus ist in Südafrika größer, als manche Delegierte
hier vielleicht wissen. Wir sind so isoliert, von allen andern Teilen
der Welt Tausende von Meilen getrennt. Die erste Tat des Imperialismus und
Kapitalismus nach dem Burenkrieg war die Einfuhr chinesischer Arbeiter
aus China in die Goldbergwerksbezirke. Die Lage der Chinesen in Südafrika,
ihre Löhne, ihre sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse sind eine Schande
in der Geschichte des Landes. Aber diese Verhältnisse sind keineswegs besser
für die Eingeborenen Südafrikas. Dieselbe Ausbeutung, wie sie die Kapitalisten
während des Aufenthalts der Chinesen in Südafrika betrieben, wird
jetzt gegenüber den Eingeborenen durchgeführt. Eingeborene aus Portugiesisch-Ostafrika
werden importiert, um in den Bergwerken zu arbeiten. Man
erklärt, daß die Eingeborenen die Wahl haben, entweder in die Berowerks-90