Full text: Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

2 Der Kampf Afrikas um seine Befreiung. 
sie unter den ungerechtesten Bedingungen mehr oder weniger zu Sklaven der 
Farmer gemacht werden. 
Die Politik der Regierung Südafrikas zeigt eine Tendenz, den Eingebore- 
nen seines Bodens zu berauben und ihn in die Städte zu bringen, und so einen 
Zustrom eingeborener Arbeiter in die industriellen Zentren herbeizuführen. 
Dadurch käme es zu einem Kampf um die Arbeit zu den niedrigsten Löhnen, 
und das Problem der arbeitslosen weißen Arbeiter würde somit zu Tage 
treten. Die Lage in Südafrika wird immer akuter. Wir sehen, daß die ein- 
zige Möglichkeit zur Befreiung aus dieser Lage der Zusammenschluß der 
Eingeborenen und der weißen Arbeiter Südafrikas ist. Die Probleme bei uns 
sind sehr schwierig und ich brauche Euch nicht zu sagen, daß unglücklicher- 
weise die große Bodenfläche Südafrikas und die Entfernung zwischen den 
einzelnen Zentren die volle Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ar- 
beitergruppen äußerst schwierig macht. Wir in Südafrika leiden an dem- 
selben Übel, wie China, Indien und andere Länder. Mit Stolz arbeiten wir an 
diesem Kongreß mit, weil wir hoffen, daß uns dieser nicht nur die Unter- 
stützung Großbritanniens, sondern auch anderer Länder der Welt gibt, um 
uns endlich von dem Terror der eisernen Ferse befreien zu können, der uns 
in Südafrika niederhält. 
Ich brauche nur auf den Einfluß hinzuweisen, den der Imperialismus 
auf die südafrikanische Regierung ausübt. Im Jahre 1920 besuchte uns 
einer der größten Finanzgewaltigen der Welt: Sally Jo@l aus London. Er 
kam zu uns (um Euch seine Bedeutung in Südafrika anzudeuten, erwähne 
ich, daß er alle Diamantfelder in Kimberley kontrolliert). Die Diamanten- 
produktion in Südafrika war so groß gewesen, daß die Preise für Diamanten 
auf dem Weltmarkte gesunken waren, so daß die Kapitalisten nicht ‘die 
großen Profite erhielten, die sie erwartet hatten. Deshalb ließen sie gewisse 
Arbeiter in den Bergwerken in Kimberley Kurzarbeit machen, paralysierten 
Kimberley zwölf Monate lang völlig und verursachten viel Armut. Bevor ich 
zu dieser Konferenz fuhr, besuchte uns im November 1926 derselbe Herr. 
Einige Monate vorher hatte die Regierung Südafrikas gewisse Bezirke für 
das Graben nach alluvialen Diamanten in Transvaal eröffnet. Bis zum De- 
zember 1926 hatten sich auf diesen Feldern ungefähr 80—100 000 Leute 
zur Arbeit angesammelt. Sie waren in der Lage, sich einen anständigen 
Lebensunterhalt zu verdienen und manchen ging es ganz gut. Es schien, 
daß ihre Produktion während der kurzen Zeit, die sie hier arbeiteten, einen 
ernsten Einfluß auf den Marktwert der Diamanten ausübte. Als aber Mister 
Jo8l im November letzten Jahres nach Südafrika kam, ging er sofort vom 
Schiff aus zur Regierung und erklärte ihr, daß das Graben nach allu- 
vialen Diamanten aufhören müßte, weil seine Gesellschaft den Weltmarkt 
kontrolliert. Zweifelsohne wird er stark genug sein, seinen Willen durchzu- 
setzen, und die Diamantegräber in diesen Bezirken werden schlimmer daran 
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