Mattar. — M. Herclet. 05
reformistische C. G. T., die der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale
angeschlossen ist, und die C. G. T. U., die der roten Gewerkschaftsinternationale
angehört. Ich muß jedoch sagen, daß nur die C. G. T. U. die Interessen
der Arbeiter verteidigt und den Kampf führt.
Wir leiten tatsächlich 98%°/g der Streiks. Mit den kolonialen Freiheitsbewegungen
ist es dasselbe. Wir sind die einzige Organisation, die diese Bewegungen
vorbehaltlos unterstützt. Voriges Jahr mußte sich die C. G. T. U.
dem französischen Imperialismus während des Marokkokrieges entgegenstellen.
Sie hat die Frage des Krieges vor den Massen aufgerollt und unterstrichen,
warum der Imperialismus ihn entfesselt hat. Sie hat alle geheimen
Triebfedern dieser Angelegenheit und die Rolle der französischen und internationalen
Banken, die sich der Reichtümer des Rifs bemächtigen wollten,
aufgedeckt. Sie hat den Arbeitern ihre Pflicht klargelegt und auch den
Soldaten gesagt: „Es ist Eure Pflicht, nicht auf die Kämpfer des Rifs zu
schießen, sondern Euch mit ihnen, die für ihre Unabhängigkeit kämpfen,
zu verbrüdern.“
In Frankreich hat sich die C. G. T. U. an die werktätigen Massen gewandt.
Wir haben die C. G. T. nicht zur Mitarbeit bewegen können. Wir waren bestimmt
nicht stark genug, den Krieg weder zu verhindern noch aufzuhalten.
Aber soll man warten, bis man stark genug ist, um handeln zu können?
Nein! Und deshalb haben wir auch nicht gewartet. Wir wollten nicht warten
in einem Augenblicke, da die Rifleute mit dem Gewehr in der Hand kämpften,
bis die C. G. T. oder die Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale uns
helfen würden.
Wir haben in ganz Frankreich eine Reihe Kongresse von Arbeitern und
Bauern gegen den Marokkokrieg einberufen. Diese Kongresse setzten sich
zusammen aus Delegierten von Hunderttausenden organisierter und nichtorganisierter
Arbeiter und Bauern, und solcher aller Linksparteien. Am
12. Oktober 1926 haben wir als Krönung der Arbeiter- und Bauernkongresse
einen 2 4stündigen Generalstreik erklärt, um die Metzeleien aufzuhalten.
Mehr als eine Million Arbeiter haben sich an dieser Aktion beteiligt.
Wir konnten den Rifkrieg nicht aufhalten, aber wir haben den
französischen Imperialismus gehemmt, und das ganze Proletariat hat begriffen,
daß es möglich sei, sich gegen neue Metzeleien aufzulehnen.
Wir haben gleichfalls gegen den Krieg in Syrien protestiert. Wir haben
die Verbrechen des französischen Imperialismus enthüllt, und wir haben der
Bevölkerung das niederträchtige Bombardement von Damaskus, bei welchem
viele tausend Menschen, darunter ı ı5 Kinder unter 5 Jahren, getötet wurden,
bekanntgegeben. Wir haben die Bombardierungen von 70 arabischen Dörfern,
die vollkommen zerstört wurden, der Öffentlichkeit bekanntgegeben.
Dank unserer Aktion weiß jedermann in Frankreich, was der französische
Imperialismus in Syrien macht.