116 Der Freiheitskampf der Neger.
rekrutierte 80 000 Männer, außer den 500 000, die schon in Frankreich
kämpften.
Man ließ unsere Kameraden in dem ersten Marokkokrieg vor dem großen
Krieg von 1914 hinschlachten” Noch heute mordet man in Marokko, in dem
Rif und in Syrien; man schickt Neger nach Madagaskar, schickt Neger nach
Indochina, weil es in der Nähe von China ist, das ihnen ein ausgezeichnetes
revolutionäres Beispiel gibt.
Den Chinesen sage ich: „Ich möchte Sie umarmen, Genossen, weil Sie
allen Völkern, die dem Joche der Kolonisatoren unterworfen sind, ein gutes
revolutionäres Beispiel geben und ich wollte, daß sich alle von Ihrem revo-
Iutionären Geist beeinflussen ließen. Die französischen Imperialisten haben
Neger nach Indochina geschickt und ihnen befohlen, auf die Indochinesen
zu schießen, falls sich diese gegen die französischen Kolonien erheben
würden.
Sie sagen ihnen, daß sie nicht ihrer Rasse seien, und daß. sie sie töten
sollten, falls sie gegen das sogenannte Mutterland revoltieren würden.
Die Neger haben zu lange geschlafen. Aber hütet Euch, derjenige, der
zu gut geschlafen hat und dann erwacht, wird nicht mehr einschlafen.
Zwei Beispiele möchte ich Ihnen geben, wie das Mutterland die Dienste
der) enigen anerkennt, die im Kriege verwundet wurden, um das ‚, Vaterland“ zu
retten, die von den sogenannten Feinden Kugeln erhalten haben und heute nicht
mehr arbeiten können. Man macht einen Unterschied zwischen ihnen und
den französischen Verwundeten, die mit ihnen auf dem gleichen Schlacht-
felde gekämpft haben und die, scheint es, ein gleiches Mutterland verteidig-
ten. Ich werde bei 10%, anfangen und bis 100%, gehen. Nur zwei Bei-
spiele: Die französische Regierung gibt einem 90%, französischen Kriegs-
verwundeten II. Klasse, Vater eines Kindes, eine Pension von jährlich 6882
Franken, während der Negersoldat II. Klasse, verheiratet, Vater eines Kindes,
in der gleichen französischen Armee ebenfalls bis zu 90%, verwundet,
1620 Franken jährlich erhält.
Einem 100 °/,igen Kriegsverwundeten laut Artikel 10 und 12 (d.h. einer
der sich nicht mehr rühren kann und den man überall hintragen muß), wenn
es ein weißer Franzose ist, gibt man ihm 15390 Franken, ist es ein Neger,
erhält er nur 1800 Franken.
Gegen diese Ungerechtigkeiten, gegen diese Scheußlichkeiten, die ich
Ihnen angeführt habe, haben wir uns gesammelt, um uns zu verteidigen.
Die Negerjugend fängt an klar zu sehen. Wir wissen und wir konstatieren,
daß wir Franzosen sind, wenn man uns braucht um uns töten oder arbeiten
zu lassen. Handelt es sich jedoch darum; uns Rechte zu geben, so sind wir
keine Franzosen mehr, dann sind wir Neger.
Der hier vereinigte Kongreß hat, glaube ich, den Wunsch Vieler verwirk-
licht, die, wie ich, sich vollständig der Arbeit der Weltbefreiung hingeben
An