Full text: Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

George Lansbury. 11 
Schutz der Mädchen und Frauen usw., aber es hat bisher niemals eine 
Organisation gegeben, die ohne Einschränkung das Recht der weißen Rasse 
bekämpft, andere Rassen, die sie als minderwertiger bezeichnet, zu be- 
herrschen, zu kontrollieren und auszubeuten. Sogar unter Sozialisten und 
in vielen Konferenzen hören wir sehr häufig die Erklärung, daß Weiße 
Farbige, zu deren Besten, organisieren und beaufsichtigen müßten, daß 
„Imperialisten“ tatsächlich Menschenfreunde seien, die den unkultivierten 
unzivilisierten Heiden den Segen der Zivilisation brächten. Die „Liga 
gegen koloniale Unterdrückung“ verwirft ohne Einschränkung diese Lehre 
und will sich in Zukunft der Aufgabe widmen, die Bewohner imperiali- 
stischer Länder aufzuklären und jede kleine oder große Nation, die um ihre 
Freiheit kämpft, auf jede mögliche Weise zu unterstützen. 
Unter diesen Umständen beherrschten China, Japan und Indien die Kon- 
ferenz. Die Vertreter der chinesischen Kuomintang, Indiens und Japans traten 
immer wieder hervor, und es wurde jedem verständlich, daß diese großen 
Nationen sich entschlossen haben, das imperialistische Joch abzuschütteln und 
sich zusammenzutun, nicht nur zur Verteidigung der eigenen nationalen 
Freiheit, sondern auch der Freiheit aller unterdrückten Völker. 
Ich hatte das Glück, die Reden von zwei kantonesischen Generälen zu 
hören und von einem umarmt und geküßt zu werden. Nur wer. die beiden 
gehört hat, besonders den General Lu, kann das Gefühl haben, daß endlich 
Carpenters Worte wahr werden: “Low in the East behold the dawn 
appears.“ 
In Worten, die kalt schienen, weil sie in gemessenem Tone ausgesprochen 
wurden, hörten alle den General Lu sagen, daß die Pflicht eines Generals, 
der eine Arbeiterarmee kommandiert, ist: „Leben und Zukunft der Arbeiter 
und Bauern zu schützen, ihnen beizustehen im Kampf um ihre Ziele, niemals 
Bestechungsgelder anzunehmen, sondern mit dem Volk zu leben und, wenn 
es nötig ist, auch mit ihm zu sterben, niemals gegen andere Nationen zu 
kämpfen, niemals dem Imperialismus und Militarismus zu helfen, stets mit 
allen Kräften dem Imperialismus in China und in allen anderen Ländern 
Widerstand zu leisten“. Dieses war der Grundton aller Reden. 
Mü Recht kann die belgische Arbeiterzeitung „Le Peuple“ 
erklären, diese Konferenz sei das ruhmreichste Ereignis in der Geschichte 
Brüssels und Belgiens gewesen. Es ist nicht möglich, den Enthusiasmus zu 
übertragen und ihn durch Tinte, Feder und Papier wieder aufleben zu lassen. 
Wir können nur die Szenen vergegenwärtigen, die zwischen Fenner Brockway 
und dem chinesischen General stattfanden und diejenige, an der ich selbst 
teilgenommen habe. Doch gab es noch Stärkeres als alle diese übermäßigen 
Ausbrüche unseres Gefühls. Meine Gedanken wanderten unwillkürlich zurück 
zu dem alten Saal in Philadelphia, in dem die Gründer der Selbständigkeit 
Amerikas sich versammelten, um ihre unsterbliche Unabhängigkeitserklärung
	        
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