180 Der prolet. Klassenkampf zur Unterstützung des kolonialen Freiheitskampfes.
heuer durch den Krieg gewonnen. Sie stehen jetzt in der vordersten Reihe
der kapitalistischen Nationen und sind überdies ein sehr agressiver Imperialismus.
Sie sind sogar der gefährlichste Imperialismus der modernen
Zeit, weil, um es kurz zu sagen, ein Wolf und eine Hyäne im hungrigen Zustande
viel gefährlicher sind, als wenn sie satt sind. Der hungrige Wolf, das
ist der Imperialismus der Vereinigten Staaten von Nordamerika: der befriedigte
Wolf, das ist der Imperialismus Großbritanniens und im gewissen
Sinne Frankreichs. Wir haben kleinere Appetite dieser Art. In anderen
Teilen Europas haben wir z. B. Mussolini, eine ungesättigte Hyäne, die gern
in der Geschichte eine ähnliche Rolle spielen möchte, wie viele andere Feinde
der Menschheit.
Die industrielle Entwicklung, die der Weltkrieg beschleunigte, hat eine
bemerkenswerte Wirkung hervorgerufen. Sie hat den unterwürfigen Kuli
in China und Indien in einen klassenbewußten Arbeiter verwandelt, wie wir
zu unserer großen Freude von jenem Arbeitervertreter aus Hankau und
gestern von unserm Freund Liau, von Nehru und anderen Kolonialvertretern
gehört haben. Mit einem Wort von Karl Marx kann man sagen, daß der
Kapitalismus seinne eigenen Totengräber in Gestalt der Arbeiterklasse sich
auch in den Kolonien geschaffen hat, und ich hoffe, daß gemeinsam mit
unseren Freunden in Europa und Amerika auch die chinesischen und indischen
Arbeiter ans Werk gehen, um dem Kapitalismus für immer und
ewig das Grab zu bereiten.
Und nun kommen wir zu der Frage, was wir tun müssen, und ich
will gleich erklären, daß ich es für unverzeihlich und eine Zeitvergeudung
hielte, wenn wir uns nur darauf beschränkten, eine Resolution zu fassen, die
nur in Worten den Kapitalismus verdammt. Es ist notwendig, sich ein
Aktionsprogramm zu schaffen. Unsere Hauptforderung ist die, daß alle
Kolonialvölker sobald wie möglich ihre Freiheit wieder erhalten sollen, daß
die imperialistische Unterdrückung nicht mehr gestattet werden darf, und
daß die kleinen Völker in der ganzen Welt von der Ausbeutung zu befreien
sind. Aber aus diesen Hauptfragen gibt es Schlußfolgerungen für verschiedene
Punkte:
ı. Dürfen wir nie wieder gestatten, daß weitere Nationen durch koloniale
Okkupationen unterdrückt werden. Ich will hier nur Abessinien erwähnen,
eines der wenigen Länder, welches erfolgreich die Europäer, zuletzt
die Italiener, von seinem Boden ferngehalten hat. Abessinien wird Jetzt
wieder bedroht. Die italienische und die britische Regierung machen sich
schon daran, Abessinien in zwei Einflußsphären zu zerteilen. Welcher
Nation wir auch angehören. wir müssen gegen diese bösartigen Absichten
kämpfen.
2. Haben wir zu verlangen, daß keine Kolonialmandate mehr irgendwelcher
Nation gegeben werden, möge sie noch keinen Kolonialbesitz oder