Full text : Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

Edo Fimmen. 193
geben: China ist, praktisch genommen, eine Kolonie des ausländischen Imperialismus
 und wird finanziell von einem Konsortium beherrscht, das durch
die großen ausländischen Bankiers ernannt ist, die niemals die chinesische
Regierung anerkannt haben. Die britischen Banken stehen an erster Stelle.
Die gesamte Hongkong und Shanghai Banking Corporation hat ein Aktivum
in der Totalhöhe von über 662 Millionen Dollars und zahlte in den. letzten
drei Jahren 80%, Dividende. Diese Bank kontrolliert die chinesische
Währung und hat die Macht, Banknoten unabhängig von der chinesischen
Regierung herauszugeben und die Zölle durch ausländische Inspektoren zu
kontrollieren. Die Hauptquelle der chinesischen Einkünfte, die Salzsteuer, ist
unter britischer Kontrolle. Tarife werden von den ausländischen imperialistischen
 Mächten bestimmt.
Britische Interessengruppen kontrollieren 37°/, des chinesischen Außenhandels,
 38%, der chinesischen Schiffahrt, 35%, des chinesischen Eisenerzes
 und 25%, der chinesischen Eisenbahnen. Von ı 740 556 Baumwollspindeln
 in Schanghai gehören 967 432 den Engländern und Japanern. Das
beweist, daß praktisch genommen die ganze Industrie in China wie auch
in Indien (Holländisch- und Britisch-Indien) sich in Händen von weißen
Ausbeutern befindet. Noch einmal wollen wir die Frage untersuchen, was
das für die europäischen Arbeiter bedeutet. Es gab eine Zeit, als die Kolonien
in dem Sinne eine Quelle des Reichtums für die kapitalistische Klasse waren,
daß, was auch immer für Bodenschätze — KErze, Kohle, Gold, Silber —
dem Lande entzogen wurden, in Profite für die kapitalistischen Ausbeuter
verwandelt wurden.
Die zweite Ausbeutungsart in den kolonialen Ländern war, in diesen
Ländern die verschiedenen Produkte, die das sogenannte Mutterland selbst
nicht hervorbringen konnte, durch billige indische, chinesische oder Negerarbeit
 zu erzeugen. Aber in dem Stadium, das der Kapitalismus heute erreicht
 hat, gibt es noch einen Weg, um aus den Kolonien Profite für die
kapitalistische Klasse zu ziehen. Sie gebraucht nicht nur die billige eingeborene
 Arbeitskraft für die Industrien, die sie in ihren eigenen Ländern
nicht haben kann, sondern auch die billige Eingeborenenarbeit, um die
Arbeiter in ihrem eigenen Lande auszuschalten und eine Art von Konkurrenz
 zwischen der Industrie der Kolonialländer und der Mutterländer
 zu schaffen. Heute ist z. B. ein großer Teil der britischen Textilindustrie
 nach Britisch-Indien verlegt worden. Dieselben Interessengruppen
der Textilunternehmer in Großbritannien, die in der Tat sehr traurig sind,
daß sie nicht in den Fabriken und Werkstätten mit einer 4A8stündigen Arbeitswoche
 arbeiten können, daß sie ihre Fabriken schließen und ihre Arbeiter
auf Kurzarbeit setzen müssen, legen ihr Kapital in Fabriken in Indien und
China an. Es gibt chinesische, indische und japanische Kulis, die 60 Stunden
und noch länger in der Woche arbeiten. Kinder werden ausgebeutet, um
Das Flammenzeichen vom Palais Egmont.

18
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.