DEUTSCHLAND. — Sachsen-Meiningen-Hildburgkausen. 295
18. Saclisen-)leiiiingeii-llildburghaiisen (Herzogthum).
43 (nach Andern bis zu 46 Q.-M. Bevölkerung Ende 1861:
172,341 (1858: 168,816).
1834 146,324 Einw. I 1852 166,530 Einw. ! männlich 84,179
1849 163,100 - 1 1855 165,530 - weiblich 88,162
Städte: Meiningen 6921, Sonneberg 5344, Saalfeld 4427, Hild
burghausen 4233 Einw.
Con/essionen : 169,870 Protest., 842 Kathol., 82 Mennon. und
1547 Juden.
Nach Erlöschen der Gothaer Linie beanspruchte der Herzog von
Meiningen, als Aeltester der Nebenlinie, die alleinige Erbfolge in Gotha.
\ergebens. Doch erhielt er (Hildburghauser Vertrag v. 12.Nov. 1826)
fast das ganze Herzogthum Hildburghausen (1815: 29,706 Einw, auf
12 Q.-M.) ; von Coburg: das Fürstenth. Saalfeld und das Amt Themar ;
von Gotha : dessen Antheil an Römhild u. das Amt Kranichfeld ; von
Altenburg: Camburg, Neusulza, Th eile von Eisenberg, Vierzehnheili
gen etc. Die Gegenabtretungen waren gering. Meiilingen gewann 25
Q.-M. und 71,181 Einw. — Grundgesetz vom 23. Aug. 1829.
Finanzen. Das Budget für 1862—65 schliesst ab:
Landemcasse . 1'086,592 fl. Einnahme und 1'086,592fl. Ausgabe
Domänencasse 850,700 - - - 758,450 -
Zusammen 1'937,292 fl. Einnahme und l'845,042fl. Ausgabe
Die Hauptposten sind bei ÒlGt Landescasse: directe Steuern 312,000,
indirecte 617,595, Regalien 33,275, versch. 71,597, Hälfte der Domä
nenüberschüsse 46,125; unter den Ausgaben: Landtag 9750, Militär
146,069, Schuld 240,753; bei der Domänencasse: Einnahme v. Gütern
196,137, v. Forsten 602,377 ; — Ausgabe für den Hof 225,000 (aus
serdem Hälfte der Domänenüberschüsse mit 46,125, zus. 271,125),
Schuld 89,786.
Aus den Domänen erhält vor Allem der Hof 225,000 fl. ; was so
dann noch an Reinertrag bleibt, wird zwischen dem Herzog und der
Landescasse getheilt; dies nach einem Gesetze von 1854, durch welches
das Gesetz von 1819 beseitigt wurde, demzufolge der Herzog einfach
200,000 fl. Civilliste zu beziehen hatte. Der Landtag bestreitet nun die
Gültigkeit der Bestimmungen von 1854 und nimmt die Domänen meist
als Staatseigenthum in Anspruch. — Die Vergrösserung des Staatsbe
darfs ist wesentl. dadurch veranlasst, dass Meiningen für die Hälfte der
Baukosten der Werrabahn (8 Mill. Thlr., mit den andern betheiligten
Regierungen) eine 4 % Zinsgarantie übernommen hat, dann durch Ver
grösserung des Militäretats. (18*%, betrug derselbe 95,560, jetzt [s.
oben] um 50,509 fl. = 53 Proc. mehr I
Schuld am 1. Oct. 1864 : ältere 1’7S1,484 fl
neue von 1862 (zunächst für die Eisenbahn . . 700,000 -
Cassenanweis. (bei 705,180 fl. Einlösungsfonds) . 1'049,996 -
Der Schuldenstand war am 1. April 1860: 4'594,Ol7 fl.
Militär. Conscription mit Stellvertretung ; 6jährige Dienstzeit, wovon
2 Jahre in der Reserve. Bestand : 1 Linienreg. von 2 Bat. à 4 Comp.,
1726 M. (bis 1855 blos 1 Bat.) ; 384 M. Ersatzmannschaft, zus. 2110.