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scheinlich, und sollen diese Ergebnisse als Grundlage zu den Unter-
suchungen über die finanzielle Tragweite der Alters- und Hinterlassenen-
versicherung gewählt werden?
Über die Verhandlungen vom 11. März liegt ein Protokoll mit einem Referat
von Dr. Friedli und den Äusserungen der Teilnehmer an der Konferenz vor.
Sodann haben Herr Dr. Lorenz am 81. März 1927 und das Eidgenössische
Statistische Bureau am 25. April 1927 ergänzende Untersuchungen angestellt.
Dr. Lorenz befasst sich mit der volkswirtschaftlichen Seite der Aufgabe, das
Eidgenössische Statistische Bureau untersucht den Gang der Bevölkerungs-
bewegung auf Grund der Geburtszahlen von 1901 bis 1925 und der Volks-
zählung von 1920.
Das Ziel dieser Untersuchungen ist die Einsicht in den Gang und Stand der
Bevölkerung der Schweiz in den kommenden ‚Jahrzehnten und ihrer Schichtung
nach Altersklassen.
Wenn man von der Wanderung absieht, so lesse sich diese Einsicht,
ausgehend vom Stand zu einer bestimmten Zeit, also von einer Volkszählung,
gewinnen, wenn man über das Absterben der Bevölkerung in der Zukunit
einerseits, über die Geburtenfrequenz in der Zukunft anderseits Bestimmtes
wüsste. Für das Absterben kann man sich mit einer genügenden Annäherung
auf die Absterbeordnung der schweizerischen Bevölkerung in der Jüngsten
Vergangenheit, auf die Tafel aus der Erfahrung der Jahre 1920/21 stützen.
Anders ist es mit der Geburtenfrequenz,
Ihre starke Abnahme im Verlauf der letzten Jahre lässt auf starke Ände-
rungen in der Zukunft schliessen und einem Schluss von der Vergangenheit auf
die Zukunft widerraten. Herr Dr. Friedli hat es deshalb vermieden, einen solchen
Schluss zu ziehen, und ist auf Grund seiner Untersuchungen und Erwägungen
volkswirtschaftlicher Natur, für welche wir auf seine Gutachten verweisen,
dazu gekommen, bestimmte Annahmen über den Gang des Bevölkerungszu-
wachses in der Schweiz in den kommenden Jahrzehnten zu machen. Er nimmt
an, dass die Volkszahl nach einer bestimmten Norm anfänglich noch ziemlich
rasch, dann immer langsamer zunimmt, um einem Beharrungszustand zuzu-
streben, der mit 5,053,000 Einwohnern im Jahre 2000 erreicht würde.
Auf Grund dieser Annahme lässt sich, ausgehend von der Volkszählung
von 1920 und der Sterbetafel der schweizerischen Bevölkerung, die Schich-
tung der Bevölkerung nach Altersklassen für jedes der Jahre bis 2000 berech-
nen, insbesondere also die Zahl der Personen des Alters 20 bis 64 (Prämien-
zahler) und die Zahl der über 65 Jahre alten Personen,
Für die mathematische Formulierung der Annahmen von Dr. Friedli
und das Ergebnis seiner Berechnungen ist auf seine Arbeiten zu verweisen.
Hier sei nur die Bemerkung angebracht, dass die Annahme eines bestimmten
Bevölkerungszuwachses in Verbindung mit der Anwendung der schweize-
rischen Sterbetafel auch eine bestimmte Annahme über die Geburtenfrequenz
in sich schliesst, worauf später zurückzukommen ist.