Full text: Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

Liau Hansin. 91 
als den schärfsten Kampf gegen seine Bedrücker, die Imperialisten und ihre 
Werkzeuge, die chinesischen Militärmachthaber. 
Die Idee der nationalen Revolution, des Befreiungskampfes des chine- 
sischen Volkes, hat als erster unser Parteiführer Sun Yat Sen für unser Land 
aufgestellt. Wenn auch unsere Partei, die Kuomintang, im Kampf gegen 
die Fremdenherrschaft alle Klassen in sich vereinigt, so spielt doch die 
Bauern- und Arbeiterschaft, die mehr als 80°%/, der chinesischen Bevölkerung 
ausmacht, die Hauptrolle. Diese erstrebt eine allgemeine Demokratie für 
das Land, um die Überreste der Feudalherrschaft, auf die besonders der 
Imperialismus seine Macht aufbaut, zu vernichten. Unsere Partei will auf 
jeden Fall die Hochzüchtung des Kapitalismus vermeiden; sie will auf dem 
Wege des Sozialismus vorwärtsschreiten. Daher soll die nationale Befreiung 
für China gleichzeitig die soziale Befreiung bringen. 
Wenn sich ein so großes Land wie die internationale Kolonie China 
von den Imperialisten losreißen will, so bedeutet dies für sie eine ungeheure 
Gefahr. Die Imperialisten wissen genau, daß ein erfolgreicher Kampf 
Chinas ein großes Echo in der ganzen Welt hervorrufen würde. Die Situation 
verschlimmert sich noch für sie um vieles, insofern, als gerade die unter- 
drückte Masse der Bauern und Arbeiter die Hauptrolle in dem Befreiungs- 
kampf Chinas spielt. Deshalb haben die Briten, deren Haupteinflußgebiet 
Südchina ist, als unsere Partei 1925 und 1926 noch ihren Hauptsitz in 
Kanton hatte, nicht nur ihre eigenen Kriegsschiffe gegen China vorgeschickt 
und sich die feudalistischen chinesischen Militärmachthaber für die Nieder- 
Schlagung der Freiheitsbewegung gedungen, sondern haben selbst versucht 
die chinesische Bourgeoisie aus den Reihen der Kuomintang zum Kampf 
gegen die Arbeiter und Bauern aufzuhetzen. Aber weder die Unterdrückung 
noch überhaupt die Eindämmung der Freiheitsbewegung ist ihnen gelungen. 
Im Gegenteil, unsere Macht erstreckt sich heute über ganz Süd- und Mittel- 
China bis über das Jangtsetal hinaus. Bald wird sich Schanghai, der große 
Handelshafen, in unserer Hand befinden. In Besorgnis darum schicken die 
internationalen Imperialisten schon jetzt zahlreiche Kriegsschiffe, Flugzeuge 
und Landsoldaten nach Schanghai. Daneben verwenden sie aber auch Zucker- 
brot. Von Coolidge bis Chamberlain haben alle Imperialisten plötzlich ihren 
Worten nach eine große Sympathie für die chinesische nationale Befreiungs- 
bewegung. Tatsächlich stehen alle Imperialisten nach wie vor fest zu- 
sammen in der Unterdrückung des chinesischen Freiheitskampfes. Aber 
weder Zuckerbrot noch Peitsche wird ihnen Nutzen bringen. Die vierhundert 
Millionen chinesischen erwachenden Bauern und Arbeiter werden sich weder 
ködern noch einschüchtern lassen. 
Das Erwachen der kolonialen und halbkolonialen Welt versetzt die 
Imperialisten in ernste Ängste. Trotz ihrer gegenseitigen Eifersucht schicken 
S1e starke Truppen und viele Luftschiffe nach China, Mexiko, Nicaragua und
	        
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