Nicht zur Abstimmung gelangte Resolutionen,
Zu Kapitel V (Agypten, Arabische Länder).
Die ägyptische Delegation schlägt dem Brüsseler Kongreß folgende
Resolution über Ägypten
vor.
Der Kongreß beschließt
ı. Für die vollständige Unabhängigkeit Ägyptens einzutreten;
2. Die sofortige Evakuierung des ägyptischen Gebietes von den britischen Land- und
Marinestreitkräften zu fordern;
3. Die Stellung des Suezkanals unter ägyptische Verwaltung anzustreben.
Resolution über Palästina,
Delegation der Arbeiterpartei Palästinas.
(Poale-Zion.)
Betrachten wir die politische Situation in Palästina wie in der Mehrzahl der Kolonial-
länder, so zielt die imperialistische Politik darauf ab, sich ökonomische Vorteile durch An-
eignung materieller Güter (Rohstoffe, Absatzmarkt usw.) zu sichern. In Palästina sind es
Vorzüge militärpolitischer und strategischer Art, welche die wirtschaftliche Ausbeutungs-
politik des englischen Imperialismus bestimmen. Diese Eigentümlichkeit tritt in dieser Zei
des großen Ringens der Kolonialvölker klar zutage. In diesen Tagen, da die chinesische
Armee von Kanton siegreich vordringt, da in Indien der Aufruhr der unterdrückten Arbeiter-
massen grollt, da in Ägypten der Freiheitskampf neue Kräfte sammelt, gewinnt Palästina
eine große Bedeutung. Die Imperialisten versuchen, es zu ihrer militärischen und strate-
gischen Basis zu machen. Wie die französischen Imperialisten in Syrien, der italienische
Faschismus auf der Insel Rhodos, wollen die englischen Imperialisten Palästina in ein
Waffenarsenal wandeln und eine strategische Straße daraus machen, die ihre Herrschaft
über Indien und den Suezkanal sichert. Daher trägt die britische Verwaltungsordnung
in Palästina den Charakter einer militärischen Okkupation. Die geringste Bewegung erscheint
ihr verdächtig; sie will ein Land des Schweigens daraus machen. Daher müssen wir die Lage
in Palästina im Lichte der internationalen Lage betrachten, die nationalen Bewegungen analy-
sieren und die wahrhaft anti-imperialistischen Kräfte entfesseln.
Die nationalen Bewegungen in den Kolonien und der Imperialismus.
In unserer gegenwärtigen Epoche ist der ökonomische Fortschritt gehemmt, während
die kapitalistische Wirtschaft in den Ländern der alten wie der neuen Welt aus den
Fugen geht.
Dagegen vollzieht sich eine reißend schnelle kapitalistische Evolution in den Ländern,
die Kolonien genannt werden. Diese Entwicklung vollzieht sich unter der politischen und
militärischen Hegemonie kapitalistischer Länder. Diese wird dazu mißbraucht, die wirt-
schaftliche Entwicklung der Kolonialländer zu fesseln, sich ihrer Konkurrenz zu entledigen
und ihre Bodenschätze auszubeuten. Es erwächst daraus ein verzweifeltes Ringen unter den
Kolonien, die darnach streben, ihre produktiven Kräfte zu entfalten und sich von der
Bevormundung der Mutterländer zu befreien.
Die Entwicklung der produktiven Kräfte in den Kolonien verschärft die inneren
Gegensätze der kapitalistischen und imperialistischen Welt, steigert die Bitterkeit des Kon-
kurrenzkampfes auf dem Weltmarkt und hindert so die herrschende imperialistische Bour-
geoisie, die sozialen Konflikte im Innern ihrer Länder zu mildern.
Das Flammenzeichen vom Palais Egmont.
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