George Lansbury. 3
doch hier, Freunde, um Ihnen mitzuteilen, daß ich ein Teil der großen Ar-
beiterklasse der Welt bin, die in den letzten fünfzig Jahren hier im Westen
darum kämpfte, sich vom Kapitalismus zu befreien. Wir haben dies noch
nicht erreicht. Wir sind noch durch den Fluch des Kapitalismus unterdrückt.
Unsere Unternehmer behandeln uns so, wie die Staatsmänner die unter-
drückten Nationen behandeln. Die große Unternehmerklasse sagt: „Laßt
uns Freunde sein! Laßt uns nicht miteinander streiten! Laßt uns in Frieden
und Harmonie leben, während wir uns die fettesten Brocken einstecken‘,
das heißt, während wir die Renten, Profite und Dividenden einstecken.
Nun sind wir Sozialisten für die völlige Abschaffung des Rechtes, aus
unserer Arbeit Renten, Profite und Dividenden zu ziehen! Und Ihr, unter-
drückte Nationen, werdet all diese Jahre dazu gezwungen, anderen Nationen
eine reiche Klasse von Parasiten zu schaffen, die ihrerseits nicht nur ihr
eigenes Volk, sondern auch Euch niederdrückt. Heute erwachen jedoch die
Arbeiter in Europa und in Teilen Amerikas, und. es ist die größte Freude
meines Lebens, daß sich die Rassen am Stillen Ozean, die in den letzten
150 Jahren vom Imperialismus unterdrückt wurden, die Hände reichen,
nicht, um für sich einen Imperialismus aufzubauen, sondern um sich mit
den Arbeitern der ganzen Welt dahin zu vereinigen, dem weißen Imperialis-
mus ein für allemal Einhalt zu gebieten.
Ich bin mit vielen nationalen Bewegungen zusammengegangen. Ich war
der irischen nationalistischen Bewegung und auch direkt der indischen
Nnationalistischen Bewegung angeschlossen. Doch, Freunde, es gibt kein
Mittel auf der Welt, das die politische Macht sichert, ohne nicht zugleich
auch die wirtschaftliche Macht zu sichern. Die Arbeiter Chinas, Japans
und Indiens müssen sich in den Besitz aller lebensnotwendigen Einrich-
tungen setzen. Sie sollen sie jedoch nicht dazu gebrauchen, eine große ab-
seits stehende Nation aufzubauen, sondern eine Art „Commonwealth“ aller
Völker zu schaffen, die im gegenseitigen Dienst miteinander stehen. Alles
andere hat keinen Wert. Soweit ich das beobachten kann, wird China heute
nur aus dem alleinigen Grunde angegriffen, weil die Männer, die in der
Kanton-Regierung herrschen, entschlossen sind, den Kapitalismus mit
Stumpf und Stiel aus China auszurotten.
Und Sie müssen mit uns hier im Westen nachsichtig sein. Sie kommen
von Afrika, Asien, von den Inseln des Stillen Ozeans und müssen mit der Ar-
beiterbewegung Englands und der anderen Länder Geduld haben, weil wir
gegenwärtig nicht die Mehrheit haben. Ich kann Ihnen jedoch versichern,
daß es eine britische Arbeiterbewegung gibt, und daß die britische sozia-
listische und kommunistische Bewegung Männer und Frauen umfaßt, die,
Soweit sie in Betracht kommen, entschlossen sind, weder eine Kanone noch
einen Mann, noch einen Schuß jemals wieder für den Kapitalismus abzu-
geben. Wir können nur zu Ihnen kommen und sagen, daß wir wissen. daß
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