e Der Freiheitskampf des chinesischen Volkes.
das chinesische Volk gerade jetzt unseren wie auch seinen Kampf führt. Wir
wissen, daß, wenn der Kapitalismus sich in China behauptet, er eine weitere
Lebensfrist erhält. Und da wir nicht wollen, daß er noch eine neue Lebens-
frist zugebilligt bekommt, vereinigen wir uns mit Euch, um die Ver-
treibung der Engländer aus China zu fördern. Wenn ich sage, die Vertrei-
bung aus China zu fördern, so heißt das: aus China hinaus in dem Sinne,
daß sıe Rechte und Vorrechte in China bekommen haben, die das chine-
sische Volk selbst micht hat. Ich möchte, daß es uns möglich sein wird,
in jedem Lande, in jedes Land hinein und aus jedem Lande heraus als
Freunde und als Genossen, aber nicht als eine über die andere herrschende
Nation zu gehen. Es gibt, wie ich schon sagte, einige unter uns, die entschlos-
sen sind, für ein solches Ziel zu arbeiten.
An diesem Nachmittag, wo ich hier zu Ihnen spreche, wandern meine Ge-
danken zurück in ein Land im Stillen Ozean, dessen Hauptstadt Balana heißt.
Vor vierzig Jahren kochte mein Blut, als ich sah, wie die Frauen jener Stadt
dazu gebraucht wurden, in britische Schiffe Kohlen zu verladen, während
weiße Männer mit Stöcken in den Händen hinter ihnen standen. Ich weiß,
daß die Leute sagen werden, daß dies schon vor langer Zeit sich zutrug.
Wenn ich jedoch in Balana gelebt hätte, würde ich dies nie vergessen haben,
selbst wenn es vor 10 Jahrhunderten geschehen wäre — ich ‘hätte mich
immer daran erinnert. Als ich heute hier unserem chinesischen Genossen die
Hand schüttelte, erinnerte ich mich, daß mein Land im Namen des Kapitalis-
mus, im Namen des Imperialismus, im Namen des Profits Opium in die
Kehlen des chinesischen Volkes zwang. Ich vergesse nicht, daß in Wan-Hsien
und Schanghai chinesische Männer, Frauen und Kinder kaltblütig nieder-
geschossen wurden; noch vergesse ich, Genosse Nehru, Amritsar, wo wir kalt-
blütig Männer, Frauen und Kinder Indiens niederschossen. Ich weiß, daß
man an ihnen nicht irgendeines begangenen Verbrechens wegen so handelte,
sondern darum, weil sie gegen den Kapitalismus rebellierten. Männer oder
Frauen, die in der Arbeiterwelt ihres Platzes würdig sein wollen, sollten heute
zu den Chinesen und ihrem Freiheitskampf stehen. Genossen, ob Sie Franzo-
sen, Deutsche oder Belgier sind, denken Sie daran, daß — wenn der Kapita-
talismus in China bestehen bleibt, wenn der Überfluß billiger Arbeit durch
Kanonen, Flugzeuge oder Giftgas aufrechterhalten werden kann —, daß
dies ein schlechteres Lebensniveau für uns alle bedeutet. Wie werden wir
angesichts eines solchen Wettkampfes bestehen und leben? — Denn der
Wettkampf ist das Lebenssalz des Kapitalismus. Ohne ihn kann der Kapita-
list nicht existieren.
Der Kapitalist hat kein Vaterland. Sie sagen von uns, daß wir kein Vater-
land haben. Ich habe kein Vaterland, „die Welt ist mein Vaterland und alle
Menschen meine Brüder“, sagte Tom Paine, und das ist meine Lehre, von der
der Kapitalist praktischen Gebrauch für seine eigenen Zwecke macht. Seine
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